Midlife-Crisis: Symptome, Probleme, Chancen

Die Mitte des Lebens hält manche Überraschung für uns bereit. Der Körper verändert sich. Graue Haare, nachlassende Sehkraft oder auch hormonelle Veränderungen machen dir womöglich bewusst: Ich werde älter und zwar schneller als gedacht.

Der eine oder andere Promi, der deine Jugend geprägt hat, stirbt. Pierre Brice und Blacky Fuchsberger sind auf einmal nicht mehr da.

Auch im nahen Umfeld gibt es den einen oder anderen Todesfall, der nur schwer zu verkraften ist. Viel zu oft ist es einfach viel zu früh. Denn ein ganz wichtiger Mensch verlässt uns für immer. Und immer öfter macht uns das Leben bewusst: Auch du bist irgendwann dran. Es ist weniger vom Rest deines Lebens übrig, als du hinter dir hast.

Daneben gibt es noch viele andere Herausforderungen, die eng mit dieser Lebensphase verbunden sind. Erwachsene Kinder ziehen aus. Befreundete Paare trennen sich nach vielen Jahren. Oder man selbst steht vor einem Beziehungs-Aus, weil die Jahre etwas unwiederbringlich verändert haben.

Nicht jeder, aber doch die meisten, geraten in der Lebensmitte in eine Art Krise. Das muss nicht heißen, dass das Leben total auf den Kopf gestellt wird. Aber dass man sich viele Fragen stellt. Und sein Leben, vielleicht sogar seine bisherigen Lebensentscheidungen, noch einmal auf den Prüfstand stellt.

Studien aus 80 Ländern zeigen, dass dieses Tief in der Mitte des Lebens anscheinend ein universelles Problem ist. Wobei wir natürlich nicht zwangsläufig in eine Krise geraten müssen. Denn es kommt sehr darauf an, wie wir gelernt haben, mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen. Haben wir funktionierende Bewältigungsstrategien entwickelt und können auf gute Weise auf Veränderungen und Belastungen reagieren, dann können uns diese Strategien auch in der Lebensmitte helfen.

Was ist eine Midlife-Crisis?

Erstmals tauchte der Begriff „Midlife-Crisis“ 1965 bei einem Psychoanalytiker in London auf. Dieser hatte unter seinen Patienten vorwiegend männliche, extrovertierte Künstler in den mittleren Lebensjahren, die in eine Krise geraten waren. Daher schloss dieser Analytiker: Männer bekommen im mittleren Alter eine Krise – die „Midlife-Crisis“.

Richtig populär wurde der Begriff jedoch erst durch amerikanische Einflüsse. Filme und Bücher griffen die „Midlife-Crisis“ auf und trugen den Begriff und die damit verbundenen Klischees älterer Männer im Jugendwahn in die Welt. So verband man lange mit Midlife-Crisis ausschließlich Männer, die eine junge Geliebte hatten, auf das Motorrad oder den Sportwagen umstiegen und begannen, sich wieder jugendlich zu kleiden.

Was sagt die Wissenschaft?

Wissenschaftler haben in internationalen Studien nachgewiesen, dass die Lebenszufriedenheit in einer Art U-Kurve verläuft. In jungen und älteren Jahren sind Menschen im Allgemeinen zufriedener als in der Mitte des Lebens. Im mittleren Alter scheint es eine Art Talsohle zu geben, die Menschen überall auf der Welt mit einer gewissen statistischen Wahrscheinlichkeit durchschreiten.

Diese Talsohle ist für jeden Einzelnen von uns jedoch nicht zwangsläufig spürbar.

Fakt ist aber, dass es in der Lebensmitte für die meisten von uns zu besonderen Herausforderungen kommt wie körperlichen Veränderungen, aber auch Belastungen im sozialen oder beruflichen Umfeld. Die Menopause kann das Leben ganz schön durcheinanderwirbeln. Und die stärker wahrnehmbare Alterung des Körpers sorgt bei vielen für Verunsicherung. Aber auch das familiäre Umfeld verändert sich häufig. Erwachsene Kinder ziehen aus und die eigenen Eltern werden alt oder gebrechlich.

Die Expertin für die Themen Lebensmitte und Generationenbeziehungen Pasqualina Perrig-Chiello beschreibt die Midlife-Crisis als eine krisenanfällige Zeit. So vergleicht sie die Lebensmitte mit ähnlich aufwühlenden Zeiten wie die der Pubertät bzw. dem Ausstieg aus dem Berufsleben. In ihren Untersuchungen an der Universität Bern fand das Team um Perrig-Chiello einen interessanten Zusammenhang zwischen verschiedenen Umbruchphasen heraus. So geraten Menschen, die bereits in der Pubertät oder beim Berufseinstieg Schwierigkeiten hatten, auch in der Lebensmitte häufiger in eine Krise als Menschen, die bereits früher gute Bewältigungsstrategien entwickelt haben. Besonders hilft ihnen dabei, wenn sie erkennen, dass sie selbst für ihr Leben und ihr Befinden verantwortlich sind. Wem das nicht gelingt, der hat ein höheres Risiko, in der Lebensmitte in eine Krise zu geraten.

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Dabei ist die Dauer einer Midlife-Crisis nicht genau festzulegen. Sie hängt in aller Regel davon ab, wie gut jemand mit den besonderen Herausforderungen dieser Lebensphase umgehen kann.

Doch was verändert sich eigentlich genau in der Lebensmitte?

 

Veränderungen in der Lebensmitte

Vorweg eine positive Nachricht: Unsere Leistungsfähigkeit lässt zwar in mancherlei Hinsicht nach, aber längst nicht überall. Nach Professor Ernst Pöppel (bis 2008 Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München) fällt es uns ab Mitte 30 zunehmend schwerer, Details wie Zahlen und Telefonnummern zu behalten. Dafür steigern sich jedoch unsere Fähigkeiten hinsichtlich der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit und der Fähigkeit, Zusammenhänge intuitiv zu erkennen. Allerdings nur, wenn wir unser Gehirn trainieren. Und uns möglichst mit Dingen, Themen und Sachgebieten beschäftigen, die uns interessieren und uns emotional berühren. Dazu zählt z. B. ein Musikinstrument zu spielen oder zu erlernen oder Gedichte auswendig zu lernen.

Nun aber zu den zumeist als weniger angenehm empfundenen Veränderungen in der Lebensmitte.

Körperliche Veränderungen

In der Lebensmitte kommt es zu körperlichen Veränderungen: Die Haare werden oder sind bereits grau, die Sehfähigkeit verändert sich, hormonelle Veränderungen können zu körperlichen Belastungen führen, es entwickeln sich mehr Falten, die Elastizität der Haut lässt spürbar nach und im Ganzen fühlt man sich womöglich weniger fit und leistungsfähig.

Konfrontation mit der Endlichkeit des Lebens

Wenn man die 40 überschritten hat, wird man im näheren Umfeld meist stärker mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert: Das Thema Tod und Sterben rückt für viele stärker in den Fokus. Die Eltern werden krank oder sterben. Auf die eine oder andere Weise wird einem bewusst, dass mehr aktive Lebenszeit hinter einem liegt, als man noch vor sich hat.

Neue Ängste und Befürchtungen

Mit dem Eintritt in die Lebensmitte gehen allerhand Ängste und Befürchtungen einher. Was ist, wenn ich im Alter nicht genug Geld habe, um gut über die Runden zu kommen? Werde ich allein sein, weil ich keine Kinder bekommen habe? Irgendwann geht es wirklich ans Sterben, wie soll ich mich dem stellen? Wird meine Ehe halten, auch wenn ich jetzt faltiger und weniger fit bin? Hängen mich die jungen Kollegen im Job ab und ich bin nur noch „die Alte“, die eh nichts auf die Reihe bekommt? Bin ich bald einer von den bemitleidenswerten Alten, auf die ich früher gönnerhaft herabgesehen habe?

Hadern mit der Vergangenheit

Ungenutzte Chancen: Menschen in der Lebensmitte werden damit konfrontiert, dass sie manches, was sie unbedingt erreichen wollten, nicht erreicht haben. Sie hadern womöglich mit ihren Lebensentscheidungen aus der Vergangenheit. Wünschen sich, das ein oder andere nochmal anders machen zu können.

Bedürfnisse und Wünsche verändern sich

Bedürfnisse verändern sich. Menschen in der Lebensmitte merken, dass die gewohnten Strategien, sich Glück und Zufriedenheit zu verschaffen, nicht mehr funktionieren. Die rauschende Partynacht gibt einem einfach keinen Kick mehr. Urlaubsreisen, die doch immer so toll waren, erscheinen fad und uninteressant. Beziehungen, die bisher angenehm waren, werden nervig und langweilig.

Desillusionierung

Manch einer landet in der Lebensmitte mit einem harten Aufprall auf dem Boden der Tatsachen. Auch, wenn heutzutage vieles auch im späteren Lebensalter noch möglich ist, so gibt es doch ein paar Sachen, die werden unmöglich oder unwahrscheinlich schwierig. Ab Anfang, Mitte 40 zerplatzt für kinderlose Frauen mit einem Kinderwunsch die Hoffnung auf eigene Kinder endgültig. Bestimmte Berufswünsche lassen sich nun nicht oder nur noch mit allerhöchstem Aufwand verwirklichen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Lebensmitte eine Phase sein kann, die von körperlichen Belastungen, Enttäuschungen, Ängsten und Befürchtungen geprägt sein kann. Kann! Aber nicht muss. Denn wir können viel dafür tun, dass aus Enttäuschung Zuversicht wird. Und dass wir diese Phase als Chance nutzen, um in der zweiten Lebenshälfte sehr zufrieden und vielleicht sogar zufriedener zu werden als in der ersten Lebenshälfte. Doch dazu später mehr im Abschnitt „Chance der Midlife-Crisis“.

Erst einmal schauen wir uns an, wie unterschiedlich Männer und Frauen mit der Lebensmitte umgehen. Denn auch nach Jahren der Emanzipation, Gleichberechtigung und in Zeiten, in denen „Gender-Mainstreaming“ großgeschrieben wird, erleben Männer und Frauen diese Lebensphase ganz unterschiedlich.

Symptome der Midlife-Crisis beim Mann

In der Mitte des Lebens kommt es auch bei Männern zu hormonellen Veränderungen. Wobei diese weitaus weniger gravierend sind als die der Frau. Dennoch: Testosteron nimmt langsam ab, Männer verlieren Muskeln, sind leichter müde und neigen schneller dazu, depressiv zu werden.

Häufiger als Frauen erleben Männer die Lebensmitte als Krise. Das liegt daran, dass Männer im Allgemeinen eher ungern über ihre Probleme und Schwierigkeiten sprechen. Normalerweise sollte man meinen, dass das nur noch ein Klischee aus alter Zeit ist. Und sicher gibt es heute vermehrt Männer, die mit ihren Problemen offener umgehen. Studien zeigen jedoch, dass Männer statistisch häufiger dazu neigen, ihre Probleme mit sich selbst abmachen zu wollen.

Der Austausch über Schwierigkeiten ist aber eine sehr wirkungsvolle Strategie, die Herausforderungen des Lebens zu bewältigen. Wer sich nicht über seine Probleme und Schwierigkeiten austauscht, hat ein Problem. So greifen Männer in dieser Lebensphase tendenziell eher zu Alkohol und Drogen und sind im späteren Lebensalter auch suizidgefährdeter. Hinzu kommt, dass für viele Männer Erfolg und Leistung entscheidend für ihr Selbstbild ist. Die Leistungsfähigkeit verändert sich jedoch häufig in der Lebensmitte. Das Gehirn und der Körper funktionieren anders. So wird Geschwindigkeit und Merkfähigkeit abgelöst von einem tiefen Verständnis von Zusammenhängen. Und übermäßig viele Überstunden verkraftet der Körper immer weniger gut, ebenso wie zu wenig Schlaf.

Für viele Männer wirkt diese Veränderung zunächst bedrohlich. So als würden sie ihre Leistungsfähigkeit verlieren. Sie reagieren häufig mit einem Drang, sich zu beweisen oder zielen verstärkt auf äußerliche Anerkennung ab. Es muss nicht immer der rote Sportwagen sein, der dann in der Garage steht. Sondern vielleicht das Ziel, Marathon zu laufen, seinen Flugschein zu machen oder endlich die 15 Kilo abzunehmen. An sich ist das eine positive Reaktion. Denn gut auf seinen Körper zu achten, seine Bedürfnisse zu kennen und zu erfüllen, ist eine gute Strategie, um mit den Veränderungen in der Lebensmitte umzugehen.

Problematisch werden Gesundheitsbewusstsein, Leistungsdenken, Bedürfnisse und Wünsche erst, wenn man das Älterwerden zu leugnen versucht. Wenn man sich auf seinem Weg durch die Lebensmitte quasi auf der Flucht befindet. Gehetzt versucht, dem Alter ein Schnippchen zu schlagen und vor seinen Befürchtungen und Ängsten zu fliehen.

Dann kommt es zu den oft so klischeehaft verbreiteten Auswüchsen einer Midlife-Crisis. Die junge Geliebte, der aufgemotzte Sportwagen, die Harley in der Garage und Viagra in der Tasche. Das sind spektakuläre Reaktionen auf die Lebensmitte. Zumeist reagieren Männer jedoch viel unauffälliger.

Die Krise findet im Inneren statt

Der starke Leistungsanspruch vieler Männer führt dazu, dass sie in der Midlife-Crisis stark unter Selbstzweifeln leiden. Auf einmal geht alles nicht mehr so, wie es doch immer ging. Hinzu kommt, dass manch ein Mann vergangene Entscheidungen bedauert. Viele Männer leiden darunter, dass sie viel zu wenig Zeit für ihre Kinder hatten. Und sie wünschen sich Verständnis und Zuwendung, können aber oft gar nicht so richtig darüber sprechen bzw. diesen Wunsch äußern. Partnerinnen verstehen womöglich gar nicht, was da überhaupt vor sich geht. Wieso sich ihr Partner so verändert. Und Unverständnis und Sprachlosigkeit ist häufig der Anfang einer Beziehungskrise, die dann auch zu Trennung und Scheidung führen kann.

Symptome der Midlife-Crisis bei der Frau

Oftmals haben Frauen aber auch genug mit sich selbst zu tun. Denn meist stecken sie ja ebenfalls in der Lebensmitte. Und auch bei ihnen verändert sich einiges. Sie leiden ebenfalls unter der nachlassenden Leistungsfähigkeit. Nach einem harten Tag noch eben dies oder das erledigen. Auch das funktioniert immer weniger gut. Viele leiden unter dem Auszug der Kinder, darunter, dass ihre Lebenszeit immer stärker zu verrinnen und sie selbst an Attraktivität zu verlieren scheinen. Und unter den körperlichen Symptomen der Menopause.

Die körperlichen Veränderungen bei Frauen sind deutlich ausgeprägter als die der Männer. Die Menopause läutet bei vielen Frauen einen radikalen Umbruch im Körper ein. Hormonelle Veränderungen führen dazu, dass der Östrogen-Spiegel rapide sinkt. Zudem schwitzt man häufiger und stärker und hat vermehrt Schmerzen in Brust und Arm. Außerdem leiden viele Frauen unter Schlafstörungen und haben ein höheres Risiko für Knochenbrüche. Das sind körperliche Symptome, die klar signalisieren: Hier verändert sich gerade etwas. Und diese Veränderungen fühlen sich erst einmal auch alles andere als gut an.

Zudem sind Frauen immer noch häufig mehr in die Fürsorge für die Eltern eingebunden als Männer. Daher wird Ihnen meist viel plastischer und direkter bewusst, dass das Leben endlich ist und dass das Alter mit Gebrechlichkeit und neuen Problemen gar nicht mehr sooo weit entfernt ist. Die körperliche Alterung und die Endlichkeit des Lebens rücken für sie stärker in den Vordergrund.

Frauen setzen sich mit den Veränderungen in der Lebensmitte jedoch weitaus häufiger als Männer bewusst auseinander. So sprechen sie mit Freundinnen über ihre Fragen und Gedanken, tauschen sich aus und entwickeln Strategien, mit dieser neuen Lebensphase umzugehen. Viele Frauen geben ihrem Leben infolge einer Midlife-Crisis noch einmal einen ganz neuen Dreh. Sie starten beruflich neu durch und entwickeln ihre Interessen weiter. Das Umfeld reagiert auf diese Neuerungen öfter auch mal mit Verwunderung oder Entsetzen. Damit umzugehen bedeutet für viele Frauen eine erneute Herausforderung.

Manch einer Frau fällt es besonders schwer, die körperliche Alterung anzunehmen. Mit Sport, Botox, einem jugendlichen Kleidungsstil und Kosmetik versuchen nicht wenige, sich ihr jugendliches Aussehen und ihre Fitness zu erhalten. In einem gewissen Rahmen kann das Sinn machen und helfen, gesund und zufrieden älter zu werden. Wer jedoch all diese Strategien nur benutzt, um vor der Tatsache des Älterwerdens zu fliehen, bekommt häufig Schwierigkeiten, wenn diese Strategien nicht mehr fruchten.

Das Innenleben der Frauen

Ähnlich wie bei Männern findet die Midlife-Crisis im Inneren der Frauen statt. Auch sie leiden unter Selbstzweifeln, sind verunsichert, wünschen sich, gesehen und verstanden zu werden. Zudem ist es trotz Gleichberechtigung und Emanzipationsbewegung häufig immer noch so, dass Frauen ihr Leben stärker als Männer dem Familienleben untergeordnet haben. Häufig auch mit großer Freude und Befriedigung. In der Lebensmitte verändert sich die Situation jedoch. Das Familienleben lässt wieder mehr Raum für eigene Ideen und Vorhaben. Und viele Frauen möchten diesen Freiraum nutzen. Nicht wenige machen noch einmal einen starken Entwicklungsschub. Entdecken neue Bedürfnisse, Wünsche und Ziele und verfolgen diese auch. Das bleibt nicht ohne Folgen. Denn alles, was wir tun, wirkt sich auf unser Umfeld aus. So kommt es häufig zu Schwierigkeiten in der Partnerschaft, weil das Verständnis füreinander fehlt und man vielleicht auch gar nicht (mehr) so gut miteinander sprechen und sich austauschen kann. Ein Knackpunkt, der nicht selten zur Trennung führt.

Das Grundproblem der Midlife-Crisis

Für Männer und Frauen gilt: Das größte Problem der Lebensmitte und einer Midlife-Crisis sind jedoch weder hormonelle Schwankungen noch graue Haare oder nachlassende Leistungsstärke. Jedenfalls nicht unmittelbar. Das größte Problem der Menschen in einer Midlife-Crisis besteht darin, in dieser Krise stecken zu bleiben. Dass es eben nicht gelingt, Bewältigungsstrategien zu entwickeln, die einen in eine erfüllte zweite Lebenshälfte tragen können. Wer im Leiden stecken bleibt und sein Leben vorwiegend mit Bedauern und Jammern über das Elend des Älterwerdens verbringt, der bestiehlt sich selbst. Denn bleibt man in der Talsohle stecken, hält die Midlife-Crisis einen davon ab, das Leben zu führen, das man wirklich führen möchte.

Denn das ist es doch, was ein zufriedenes und glückliches Leben zu einem großen Teil ausmacht: Das Leben zu führen, das man führen möchte. Und dabei möglichst zufrieden zu sein.

Wer sich durch die Midlife-Crisis von einem zufriedenen Leben abhalten lässt, verschenkt wertvolle Zeit. Denn während wir klagen und jammern, mit der Vergangenheit, unserem Körper und der Angst vor der Zukunft hadern, könnten wir schon innehalten und dafür sorgen, dass wir das Beste aus dieser Situation machen. Denn eigentlich ist eine Midlife-Crisis auch ein bisschen ein Weckruf:

Halte inne. Bleib stehen. Und frage dich einmal ernsthaft, wozu das alles vielleicht gut sein könnte.

Wer innehält, erhält die Chance auf eine sehr nützliche Antwort:

Ja, du veränderst dich. Dein Körper altert. Deine Bedürfnisse verändern sich. Und du bist vielleicht traurig und enttäuscht. Das ist in Ordnung. Du darfst jammern und wütend, traurig und enttäuscht sein. Und dennoch wirst du ein zufriedenes Leben führen. Jedenfalls, wenn du etwas änderst. Wenn du dich nochmal neu kennen lernst und dich und deine Bedürfnisse ernst nimmst.

Aber wie soll das funktionieren?

Hier ist eine mögliche Antwort:

Chance der Midlife-Crisis

Der große Psychoanalytiker C. G. Jung spricht davon, dass man die zweite Lebenshälfte nicht nach dem Muster der ersten leben kann. Aber was bedeutet das? Es kann bedeuten, dass wir einen neuen Weg finden können, in der zweiten Lebenshälfte ein zufriedenes und erfülltes Leben zu führen.

Viele Menschen erleben das in ihrem Alltag in der Lebensmitte. Sie versuchen weiterhin, mit gewohnten Strategien wieder mehr Zufriedenheit in ihr Leben zu bringen. Doch oftmals funktioniert das nicht. Die Party-Clique macht nur noch halb so viel Spaß. Und das nächste Projekt erfolgreich zu beenden, bringt nicht die gewohnte Befriedigung. Viele werden unzufrieden, weil das, was bisher sinnvoll und erfüllend erschien, auf einmal an Bedeutung verliert. Und dann entwickeln sie neue Ideen und Strategien für sich. Sie verändern ihr Leben und gestalten so die zweite Lebenshälfte ein bisschen anders – manch einer sogar radikal anders – als die erste.

Wer sich fragt: Das kann es doch noch nicht gewesen sein? Oder: Was kann ich tun, um wieder zufriedener zu werden? Ja, für den lohnt es sich, die Chance der Lebensmitte zu nutzen.

Hier ist ein Schlüssel für mehr Zufriedenheit in der zweiten Lebenshälfte:

  1. Mache eine Bestandsaufnahme des Ist-Zustands.
  2. Finde heraus, was du für eine zufriedenere Zukunft ändern kannst.
  3. Finde heraus, wie ein sinnvolles Leben für dich aussehen kann.

1. Bestandsaufnahme

Für unser Leben sind viele Bereiche wichtig. Drei haben sich aber immer wieder als besonders wirkungsvoll für unser Wohlbefinden herausgestellt.

  • Körper
  • Geist
  • Beziehungen

Wenn du deine Lebensmitte für eine Neuausrichtung nutzen möchtest, konzentriere dich also am besten erst einmal auf diese drei Bereiche.

Dafür habe ich hier ein paar Fragen. Es lohnt sich, rückhaltlos ehrlich zu sein. Denn alles andere bringt gar nichts.

Am besten ist es, sich die Antworten kurz zu notieren. Denn nach der Bestandsaufnahme folgt der Ausblick und da brauchen wir die Antworten noch.

Körper:

  • Was an meinem Körper gefällt mir richtig gut? (Haare, Lächeln, Figur, …)
  • Worunter leide ich, wenn es um meinen Körper geht? (Schmerzen, Figur, Haare, …)

Geist:

  • Was gefällt mir richtig gut, wenn es um meinen Geist geht? Womit beschäftige ich mich gerne? (Ich bin neugierig, vielseitig interessiert, lerne endlich Spanisch, bin gelassener geworden, …)
  • Was interessiert mich? (Kunst, Autos, Psychologie, Schach, Technik, alles mit Computern, Politik, …)
  • Was langweilt, nervt mich oder macht mich traurig, wenn es um meinen Geist geht? (Vieles interessiert mich nicht mehr, bin weniger begeisterungsfähig, bin sensibler, was das Leid anderer angeht, bin abgestumpfter, …)

Beziehungen:

  • Was gefällt mir an meinen Beziehungen richtig gut? Welche Freundschaft, Beziehung, Bekanntschaft bedeutet mir viel und gibt mir Erfüllung? (Freundinnen, Sport-Kumpels, Achim, meine Kinder, mein Geliebter …)
  • Welche Beziehungen finde ich in der Hauptsache anstrengend und nervig? Welche Menschen in meinem Leben sind für mich übermäßig belastend? (Nachbarn, die Clique, mein Mann, Ulrike, Eltern, …)

2. Ausblick auf die Gegenwart und die Zukunft

Nun geht es darum, sich zu überlegen, was sich konkret ändern lässt, um seine Zufriedenheit zu verbessern. Besonders wirkungsvoll sind dabei die kleinen alltäglichen Veränderungen. Denn diese wirken tagtäglich auf die Zufriedenheit. Und steter Tropfen höhlt den Stein.

Dazu brauchen wir die Antworten aus deiner Bestandsaufnahme. Die, in denen es um das geht, womit du unzufrieden bist. Denn Änderungen in diesen Bereichen können sich sehr entlastend auswirken. Aber auch die Antworten, bei denen es um die positiven Dinge geht, sind sehr nützlich. Vielleicht lässt sich in diesen Bereichen noch etwas verstärken und damit relativ leicht etwas zu deiner Zufriedenheit beitragen. Und natürlich können auch noch ganz andere Ideen auftauchen, die es lohnt, zu verfolgen. Auch die sollte man sich notieren.

Hier sind wieder einige Fragen:

  • Welche Kleinigkeit könnte ich in meinem Alltag anders machen, die mein Leben zufriedener und erfüllender macht? (Zur Kosmetikerin gehen, Yoga lernen, Zeitschriften lesen, die mich interessieren könnten, die Telefonate mit meinen Eltern zeitlich begrenzen, …)
  • Welches große Problem würde ich gerne dringend angehen, um meinem Leben eine große Belastung zu nehmen? (Entscheiden, ob ich meiner Ehe noch eine Chance gebe, meine gravierenden gesundheitlichen Probleme grundlegend angehen, …)
  • Was würde ich gerne neu und anders in meinem Leben machen, um zufriedener und erfüllter zu leben? (Mehr Ruhepausen im Alltag, für ein paar Jahre ins Ausland gehen, mir eine Putzfrau suchen, Theater-Abo, …)

Notiere auch hier wieder deine Antworten.

Nun kannst du dir einmal richtig auf die Schulter klopfen. Denn du hast viel erreicht.

Jetzt geht es aber erst richtig los. Entscheide dich für ein oder zwei Sachen deines Ausblicks, die du ändern möchtest. Und überlege dir, wie du das in möglichst kleinen Schritten bewerkstelligen kannst.

Wenn du glaubst, dass du dabei ein bisschen Unterstützung gebrauchen könntest, dann schau dir mal unser Selbstcoaching-Programm an. Es kann einen echten Unterschied machen, wenn es darum geht, wirklich etwas in deinem Leben zu verändern.

3. Die Sinn-Frage

In der Bestandsaufnahme und dem Ausblick haben wir beantwortet, was wir im Hinblick auf unsere Beziehungen, unseren Körper und Geist verbessern können.

Neben diesen Aspekten stellen sich viele Menschen in der Lebensmitte die Frage nach einem sinnvollen Leben. Denn bei vielen bricht in dieser Phase etwas weg, das ihnen bislang Sinn gegeben hat: Die Kinder ziehen aus und kommen nur noch sporadisch vorbei. Die Beziehung zerbricht. Der Job erscheint weniger sinnstiftend als noch vor einigen Jahren. Oder das eigene Leben wird durch den Tod eines nahen Angehörigen so erschüttert, dass man sich fragt: Welchen Sinn macht das, was ich jeden Tag tue, angesichts der Endgültigkeit des Lebens? Aber wie jede Krise besteht auch die Chance einer Sinn-Krise darin, dass man durch sie hindurchgeht. Und in der Krise neue Kraft, Inspiration und Stärke findet. Und eben auch eine neue Möglichkeit, ein sinnvolles Leben zu führen.

In einem Video der Sendung „Scobel“ sagt der Philosoph Herbert Schnädelbach:

„Sinnvolles Leben ist eine bestimmte Art, sein Leben zu leben.“

Dieser Satz kann einen auf eine gute Spur bringen. Denn in diesem Satz wird die Frage nach dem Sinn konkreter.

Jetzt brauche ich „nur“ noch herauszufinden, nach welcher Art ich mein Leben leben will. Doch das ist gar nicht so einfach und es führt an dieser Stelle dann auch zu weit. Denn das ist ein Thema für einen mindestens ebenso umfangreichen Artikel ;-)

Aber wir haben hier bei Zeit zu leben ja schon viele wertvolle Artikel geschrieben. Deshalb lohnt es sich, sich auf unserer Seite ein wenig umzusehen. So findet man in diesen beiden Beiträgen interessante Denkanstöße für die Frage nach einem sinnvollen Leben:

Und wer das Gefühl hat, dass es mit Kleinigkeiten nicht getan ist, und wer seinem Leben vielleicht eine grundlegend neue Richtung geben will, der schaut sich am besten unseren Kompass-Kurs an. Denn dort geht es richtig gründlich und tiefgehend darum: Welches Leben passt zu meinen Bedürfnissen und zu meiner Persönlichkeit? Wie kann ich dieses Leben leben?

Sich mit seinen Fragen an das Leben auseinanderzusetzen, ist oftmals nicht leicht. Es fordert einen. Aber es bringt einen auch voran. Oftmals geht es uns besser, wenn wir die eine oder andere Frage klären konnten. Eine Entscheidung getroffen haben: Das will ich ändern. Oder auch: Das bleibt beim Alten und ist in Ordnung so. Es lohnt sich. Denn nur wenn wir genau hinschauen und herausfinden, was schiefläuft, was uns belastet, haben wir auch die Chance, etwas zu ändern.

Aber das funktioniert natürlich nur, wenn wir etwas tun. Meist bringen Kleinigkeiten schon sehr viel. Etwas, das man mühelos im Alltag anders machen kann. Eine Freizeitaktivität mehr. Eine Ruhepause zusätzlich. Einen Nerv-Faktor beseitigen. Es lohnt sich zu fragen: Was kann ich hier und heute anders machen, damit es mir besser geht, damit mein Leben zufriedener, sinnvoller und erfüllter wird?

Also: Worauf wartest du noch? Du kannst jetzt den Grundstein legen für ein gutes Leben in der zweiten Lebenshälfte.

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Weiterführende Literatur und Videos

Geo Wissen. Heft Nr. 50 (2012). „Die Lebensmitte. Zeit des Umbruchs, Zeit des Aufbruchs.“ Hamburg: Gruner + Jahr.

Sher, Barbara (2014). Für deine Träume ist es nie zu spät. Durchstarten in der zweiten Lebenshälfte. München: Deutscher Taschenbuch Verlag.

Izzo, John (2008). Die fünf Geheimnisse, die Sie entdecken sollten, bevor Sie sterben. München: Riemann Verlag.

Lyubomirsky, Sonja (2008/2013). Glücklich sein. Warum Sie es in der Hand haben, zufrieden zu leben. Frankfurt: Campus.

Scheuermann, Ulrike (2013). Wenn morgen mein letzter Tag wäre. So finden Sie heraus, was wirklich zählt. München: Knaur Verlag.

Interview von Claus Peter Simon mit Pasqualina Perrig-Chiello auf Geo.de.  (Stand: 10.03.2016)

X:enius: Midlife Crisis – Was passiert in der Lebensmitte? (Dokumentation 2013). Hier enthalten die Erklärung von Professor Ernst Pöppel zur neuronalen Entwicklung in der Lebensmitte (Stand: 10.03.2016)

Was ist der Sinn des (menschlichen) Lebens? (Scobel 2010-03) Gert Scobel im Gespräch mit Herbert Schnädelbach (Philosoph, Autor und emeritierter Professor) und Oliver Petersen (Tibetologe, Religionswissenschaftler und Gestalttherapeut, Tibetisches Zentrum Hamburg) (Stand: 10.03.2016)

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Kommentare

  • Danke !!!!!!

  • Midlife crisis ist nicht wirklich ein Problem, sie ist die Lösung.
    In der Regel ist der oder die Betroffene, mit dem bisherigen Verlauf des Lebens, oder der Beziehung nicht zufrieden.
    Wie jede Krise, bietet die Midlife crisis hier eine Möglichkeit, etwas Neues zu gestalten.
    Es leigt an jedem selbst, ob er die Chance nutzt, oder verstreichen lässt.
    Guter Artikel.
    Liebe Gfrüsse

  • “Dann kommt es zu den oft so klischeehaft verbreiteten Auswüchsen einer Midlife-Crisis. Die junge Geliebte, der aufgemotzte Sportwagen, die Harley in der Garage und Viagra in der Tasche. Das sind spektakuläre Reaktionen auf die Lebensmitte.” Was für eine schreckliche Sichtweise und Interpretation! Harley, Sportwagen stehen auch für Freiheit, Lebensfreude, und wenn einer das mit 40 wagt in sein Leben zu bringen, weil er sich in Leistung und Anpassung genug bewiesen hat, dann ist das super. Und wenn ihn halt jüngere Frauen mehr anziehen, so what, was ist das Problem der Autorin? (Ja, es tut weh wenn man selbst keine junge Frau mehr ist, aber dieses Problem sollte die Autorin mit sich lösen, und nicht Männer abwerten). Hören wir doch mal auf mit diesen arroganten Vorschriften, wie andere leben sollen. Wenn z.B. einen reifere Frau einen jungen schwarzen Mann liebt, ein Mann in Lebensmitte Freude an Harley hat, muss man das nicht pathologisieren und lächerlich machen, sondern in den eigenen Spiegel schauen und sich fragen, was man selbst unterdrückt, aus Angst was andere denken könnten, sich einschränkt. Und Viagra lächerlich zu machen, sagt noch mehr darüber aus, dass die Autorin ein sehr enges Bild hat und null Ahnung hat über männliche Sexualität und die Probleme, und was für eine hilfreiche Lösung Viagra sein kann.

    • Peter Müller schreibt am 14. Juni 2017

      Danke Herr Attinger,
      Zuerst möchte ich der Autorin in einigen Punkten für den Informationsgehalt dieses Artikels meine Zustimmung geben.
      Ich bin M.A. der Geisteswissenschaften (Philosophie, Germanistik, Politik) und berate Medienanstalten, von Print- bis Screenmedien
      Ich bin bei Ihnen wenn Sie die Sichtweise der Autorin als unvollständig empfinden.
      Auch hat die Dame C.G,Jung entweder nicht verstanden oder eben nicht alles zu diesem Thema gelesen von Ihm.
      Wie Sie völlig richtig erkennen sind es die gesellschaftlichen Zwänge die einhergehen mit den Anforderungen an uns selbst.
      Desweiteren müsste die Autorin wissen wie es mit der weiblichen Sexualität bestellt ist in dieser Phase. Hormonschwankungen wie bei den Männern mit ähnlichen Sympthomen. Mal richtiggehen sexbesessen und dann wieder völlig desinteressiert.
      Psychopharmaka sind oft ein temporärer Helfer, aber natürlich bergen sie auch Gefahren.

  • Einfach nur ein sehr guter Beitrag, der in gut verständlicher Sprache alles Wichtge auf den Punkt bringt. Super auch der Schlüssel zur Zufriedenheit mit den drei Fragen, welche in das eigene Gedankendurcheinander ganz toll eine klare Struktur bringen.

    Marlene

  • Vielen Dank für diesen Beitrag! Er ist für sehr viele enorm wichtig. Dazu fällt mir eine Begegnung mit einer Bekannten ein. Sie kommt von der Beerdigung einer 60jährigen. Wir reden miteinander, dann schaut sie mich lächelnd an und bemerkt: Das passiert uns nicht mehr, denn wir haben das Verfallsdatum längst überschritten!

  • Hallo Nicole,

    vielen Dank für die Mühe, die du dir mit dem Artikel gemacht hast. Ich erkenne mich in vielen Bereichen wieder.

    Besonders spannend finde ich die Thematik von einer Frau zu lesen. Normalerweise ist es ja doch eher der Mann der in den Zusammenhang gerückt wird.

    Eine Anmerkung habe ich zum Thema “Ist – Aufnahmen” – Nun ja, eigentlich zwei:

    Punkt 1) Ich empfinde es als sehr wohltuend, dass bei “Beziehungen” nicht der Lebenspartner explizit thematisiert wird sondern das gesamte “Beziehungsgeflecht”.

    Denn: “Die Frau im Büro” ist ja am Ende auch nichts anderes als ein neues Auto oder das plötzliche Eintreten des Wunsches das Hobby Extrem-Delfin-Apnoe-Triathlon-Tauchen zu beginnen um etwas zu kompensieren.

    Was mich zu:
    Punkt 2) führt: Als Vierten Bereich habe ich die Erfahrung gemacht, dass es den “geplagten Midlifce-Criser” sehr hilft den Bereich “Ich wollte doch” in die “Ist-Analyse” einzubeziehen.

    Meiner Erfahrung nach ist das Ausmass der Krise sehr stark verknüpft mit der Diskrepanz zwischen dem was “man” immer schon machen wollte und dem was “man” dann tatsächlich so auf die Reihe bekommen hat.

    Glücklicherweise ist dies allerdings auch der beste Hebel um den Konflikt zu lösen und einen Beginn für die Bewältigung zu finden. Denn von dort geht das dann sozusagen Rückwärts in der Kette die du beschrieben bis zu dem Punkt wo man es dann schafft sich auch in diesem doofen “teilweise defekten” Körper wieder wohl zu fühlen.

    Viele Grüsse
    Markus

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