Mir selbst ein guter Freund sein

ein guter freund sein
Hast du manchmal das Gefühl, dass du ein Leben lebst, das gar nicht mehr so richtig zu dir passt?
Dass du ein wenig ziellos umherirrst und womöglich grade deine kostbare Lebenszeit vergeudest?
Dann … hier klicken!

Was ist entscheidend, wenn es darum geht, sich selbst annehmen zu können?

Geht es darum, wie schön du dich findest?

Für wie klug du dich hältst?

Ob du leistungsstark genug bist?

Oder, ob deine Mitmenschen dich für einen tollen Menschen halten?

Ob du groß oder klein bist? Du dich als langweilig oder interessant empfindest? Ob du dich für schön oder hässlich hältst?

Nein, all das ist nicht wichtig.

Bei deiner Selbstannahme geht es erst einmal nur darum, wie du mit dir selbst umgehst.

Einer der allerwichtigsten Faktoren für deine Selbstannahme ist nämlich, ob du dir selbst ein guter Freund oder eine gute Freundin bist.

Was ist ein guter Freund, eine gute Freundin?

An vorderster Stelle steht dabei: Ein guter Freund oder eine gute Freundin spricht liebevoll, freundlich und wohlwollend mit mir.

Wenn ich mir also selbst ein guter Freund sein will, geht es darum:

  • mir selbst nette Sachen zu sagen
  • mich bei Herausforderungen zu ermutigen
  • mich ernst und wichtig zu nehmen
  • meinen Gedanken wertschätzend zu begegnen
  • mich auf all das zu konzentrieren, was an mir liebenswert ist

Eben mich selbst im Ganzen so zu behandeln, wie ich mir wünsche, von einem guten Freund oder einem geliebten Menschen behandelt zu werden.

In vielen Situationen ist das auch gar nicht so schwer. Wenn ich mich selbst mag, vielleicht gerade meine Stärken unter Beweis stelle und mit mir im Reinen bin, dann geht das mit dem Freundlichsein ganz, ganz leicht. Ich bin quasi automatisch nett zu mir.

Aber was, wenn ich einen Fehler gemacht habe, ich von mir selbst genervt bin oder etwas wirklich schiefgelaufen ist? Dann ist es mit der Nettigkeit bei vielen schnell vorbei.

Man macht sich Vorwürfe, kritisiert sich selbst und mag sich gar nicht mehr gut leiden.

Dabei ist es gerade in solchen Momenten so enorm wichtig, gut mit sich zu sein. Also sich etwas Liebevolles oder Ermutigendes zu sagen. Sich vielleicht zu trösten und sich innerlich freundlich in den Arm zu nehmen. Denn genau das wünscht man sich ja auch von seinen Freunden und lieben Mitmenschen.

Da ist es angesagt:

  • sich selbst Fehler zu verzeihen
  • Trost zu spenden, wenn etwas schiefgelaufen ist
  • sich nicht dafür zu kritisieren, dass man ist, wie man eben ist
  • liebevoll mit den kleinen Eigenarten umzugehen
  • über sich selbst lachen zu können, ohne sich auszulachen

Finde also heraus, was du dir zu dir selbst sagen könntest.

Was sagst du einem guten Freund, einer guten Freundin, wenn sie an sich zweifeln oder sich über sich ärgern?

  • Wenn dein Freund bei einem Sportwettkampf ausgeschieden ist?
  • Wenn deine Freundin in ihren Lieblingspullover ein Loch gerissen hat?
  • Wenn dein Kollege seinen Führerschein wegen zu schnellen Fahrens verloren hat?

Beantworte dir eine der Fragen ganz kurz und das war es dann auch schon für jetzt.

Wie könnte es weitergehen?

Es sei denn, du hast noch Lust und Zeit, weiterzumachen. Dann habe ich hier noch zwei Ideen für dich.

Drei freundliche Sätze

Schreib drei Sätze auf, mit denen du dir selbst etwas Nettes sagst. Etwas, das du auch einem guten Freund oder einem lieben Menschen sagen würdest. Zum Beispiel:

Ich mag Dich.
Du bist mir wichtig.
Ich möchte, dass es Dir gut geht.

Oder:

Ich freu mich, Dich zu sehen.

Mir gefällt Deine Frisur.

Du lächelst so schön.

Platzier den Zettel irgendwo, wo du ihn möglichst häufig wahrnimmst. Und lass dich so immer daran erinnern, dass du dir selbst ein guter Freund sein willst.

Und hier noch eine weitere Idee:

Ich bin in Ordnung

  • Denk an eine Eigenschaft oder etwas an deinem Äußeren, das du an dir selbst überhaupt nicht magst und über das du dich regelmäßig ärgerst. Für das du dich vielleicht kritisierst. Es sollte etwas sein, das dir recht häufig begegnet. Wie z. B., dass du dein Handy oder deinen Schlüssel suchst, dass du morgens nur schwer aufstehen kannst, oder etwas, das dich beim Blick in den Spiegel ärgert. Wie deine Nase, die Falten um die Augen oder deine Figur.
  • Sagen dir nun: „Obwohl ich … (unordentlich bin, nur schwer aus dem Bett komme, dick bin, eine so große Nase habe …), bin ich in Ordnung, so wie ich bin.“ Natürlich kannst du diesen Satz für dich auch umformulieren. Wichtig ist, dass du dir bewusst machst, dass du immer in Ordnung bist. Auch, wenn du etwas tust, was du an dir nicht magst, für das du dich schämst. Auch, wenn du an deinem Äußeren etwas gar nicht magst, bist du dennoch in Ordnung.
  • Schreib diesen Satz am besten auf einen Zettel, richte dir eine eine Handy-Erinnerung ein oder klebe dir ein Post-it mit diesem Satz an eine gut sichtbare Stelle.
  • Und, wenn du dich das nächste Mal wieder wegen dieser Sache über dich selbst ärgerst, dich nicht magst, dann sag dir: „Obwohl ich …, bin ich in Ordnung.“

Auch interessant?

Wie viele Sterne bekommt der Beitrag von dir?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (32)
Loading...
 

Teilen macht Freude und Freunde:

 

Deine Anmerkung zu diesem Beitrag?

Kommentare

  • Eigentlich ein schöner Beitrag. Nur eines stört mich daran, nämlich das kleine Wörtchen “obwohl”, das im letzten Absatz sehr häufig Verwendung findet.
    Dieses “obwohl” unterstreicht nämlich meiner Ansicht nach noch deutlicher das Negative, das wir uns “schön reden” sollen. Statt dessen sollte man lieber mal das Pferd von hinten aufzäumen und sich fragen: Warum sehe ich dieses oder jenes eigentlich negativ?
    Zum Beispiel: Was ist so schlimm daran, ein Morgenmuffel zu sein? Wäre ich ein besserer Mensch, wenn ich Frühaufsteher wäre?
    Oder: Was ist so schlimm daran, wenn ich bei mir eine Falte entdecke? Habe ich tatsächlich Angst vor dem Älterwerden, oder bin ich nur dem Photoshop-Phänomen der Modemagazine aufgesessen?
    Wenn man sich die meisten dieser “Probleme” einmal genauer anschaut, wird man sie als Lappalien entlarven. Über einen guten Freund würde man sicher nicht sagen: “Ich mag ihn, obwohl er Falten hat und ein Morgenmuffel ist.” Dann sollte man sowas über sich selbst auch nicht sagen. Vielmehr sollte man lernen, seine Individualität zu erkennen und anzunehmen. Ohne “obwohl”.
    Ganz anders läge hingegen der Fall, wenn man an sich Eigenschaften entdeckt, die wirklich Probleme bereiten könnten. Sollte man da tatsächlich sagen: “Ich bin in Ordnung, obwohl ich ein Dieb, Lügner oder Betrüger bin?” Sofern wir noch über genügend Einsicht verfügen, würden wir uns solche Dinge eher nicht schönreden.
    Fazit: Man sollte echte Probleme von Nichtigkeiten unterscheiden lernen und dann gegebenenfalls an sich arbeiten. Das Entscheidende ist, dass man sich einen klaren Blick auf sich selbst bewahrt und sich nach vernünftigen Maßstäben beurteilt. Weder Selbsthass noch Selbstbeweihräucherung führen zu einer Weiterentwicklung, sondern nur eine gesunde Selbstreflexion.

    Einen schönen Sonntag wünscht
    Chiyo ^_^

    • quendolina

      Hallo,

      ich stimme Chiyo im Wesentlichen zu. Etwas weit hergeholt finde ich das mit dem “Lügner, Dieb,etc.”, da man wahrscheinlich in den seltensten Fällen mit solchen Menschen befreundet ist, es sei denn, diese Eigenschaften sind krankheitsbedingt. Mit einer gesunden und vor allem realistischen Selbstreflexion ist man aus meiner Sicht besser beraten als Alles an sich in Ordnung zu finden. Ich denke, eine gesunde Mischung von Beidem wird es wohl sein, was uns gut tut.

  • Ein sehr guter Beitrag..ich mache z.z.eine sehr, sehr schwere Zeit durch mit Scheidung, Kindesentzug..ziemlich viel Einsamkeit..u.s.w..gerade in diesen zeiten ist ein positives Umgehen mit sich selbst der Schlüssel zum Überleben..Danke

  • Ein gelungener Beitrag! Vielen Dank dafür?
    In der heutigen Zeit ist es wichtig neben seinen Freunden oder Lebenspartner/-in auch ein sehr guter Freund zu sich selbst zu sein! Dies aber umzusetzen, ist nicht immer einfach aber machbar. Einen Freund/-in gute Ratschläge zu geben oder mit ihn/ihr liebevoll umzugehen, ist nach meiner Meinung einfacher, als das man es für sich selbst tut. Denn da geht es darum, für sich selbst liebevolle zu sein oder tröstliche Worte zu finden, die einem das Gefühl geben, es auch wirklich ehrlich zu meinen. Woran liegt es, dass es einfacher ist für Freunde liebevolle und tröstliche Worte zu finden, die wir ehrlich meinen, aber für uns kaum oder selten Worte haben, die uns gut tun. Liegt es an mangelnden Selbstvertrauen? Oder ist es nicht so, dass wir die Worte lieber von anderen Personen hören möchten. Jeder Mensch möchte geliebt, respektiert, gelobt, in den Arm genommen usw. werden. Denn dann fühlt er sich stark in dieser hart und umkämpften Welt.
    Und an dieser Stell kommt Euer guter Beitrag zur Hilfe! Ich bin fest davon überzeugt, dass wenn man lernt sich selbst zu lieben, wie man eine Frau oder Mann lieben kann, ist man in der Lage über “vergossene Milch” nicht zu weinen.
    Ich werde Eure Ratschläge ausprobieren und bedanke mich noch einmal für Euern Beitrag. Macht weiter so! :-)
    ” Wir fühlen, was wir fühlen, weil wir denken, was wir denken.”
    Lg dirk

  • Vielen Dank für diesen ein/erleuchtenden Hinweis. Dem stehen, wie in anderen Lebensvollzügen auch, viele eingeschliffene Gewohnheiten gegenüber. Jaja, ich weiß, die Janusköpfigkeit der Gewohnheiten. Die haben ja sicher ihre Berechtigungen, die tief ins Unterbewusstsein reichen. Aber sie beschränken mitunter auch sehr…

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

Mehr über uns und unsere Philosophie gibt es hier