Wie du mit negativen Menschen umgehen kannst, ohne selbst negativ zu werden

negative Menschen
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Kennst du sie auch, diese Menschen, die mit ihrer bloßen Anwesenheit die Stimmung im Raum um hundert Prozent runterziehen? Die ihre Negativität zu versprühen scheinen wie andere ein Zuviel an Eau de Toilette? Die genüsslich eine Arschbombe in den Pool deiner Positivität machen? Wann immer sie den Mund aufmachen, ist es, um sich zu beschweren, um schlecht über den Nachbarn zu reden oder einfach nur um ihr Leid zu klagen. Die Sonne ist ihnen zu warm, der Regen zu nass und überhaupt ist kein Wetter nach ihrem Gusto.

Solche Menschen haben die Begabung, unsere Stimmung mit ihrer schieren Anwesenheit zu drücken, oder ihre Negativität regt uns schlicht auf. Sie bringen häufig nur das zum Ausdruck, was sie nicht mögen, und so kommt es, dass wir gar nicht wirklich wissen, was sie mögen. Sie selbst vielleicht auch nicht. Wer ist es bei dir? Der Kollege? Die Tante? Der Nachbar?

Ich habe einen solchen Menschen in meiner Verwandtschaft. Dieser Mensch verbringt viel Zeit damit, über das Leid des Lebens zu klagen und zu beteuern, dass er ganz besonders viel davon abbekommen hat. Kein Treffen ohne das obligatorische Klagelied über die Kindheit, die schwierigen Eltern, die Probleme in der Hüfte und den Streit mit der Nachbarin. Ganz gleich, was er erzählt, es ist immer, um sich zu beschweren, sich selbst oder andere zu bemitleiden. Ich kann mich nicht erinnern, dass diese Person jemals von einem freudigen Ereignis oder einem Glücksfall berichtet hat. Es scheint, als habe sie einen hochspezialisierten Sensor für Negatives, als suche sie nach negativen Nachrichten wie andere nach Schätzen, um sie verbreiten zu können. Tatsächlich hat diese Person auch viel einstecken müssen, aber das ist eine andere Geschichte. Was ich auffällig finde, ist diese Fixierung auf Negatives und das komplette Ausblenden von positiven Ereignissen.

Die Gefahr im Umgang mit negativen Menschen ist, selbst negativ zu werden. Sei es dadurch, dass man selbst einen negativen Blickwinkel annimmt und sich gewisserweise auf die Negativität einlässt oder dass man sich darüber aufregt.

Doch wie geht man nun mit einem negativen Menschen um, ohne sich selbst von der Negativität anstecken zu lassen und ohne sich darüber zu ärgern? 

Zunächst einmal sei gesagt: Du darfst dich ärgern! Es geht im Folgenden nicht darum, Ärger gänzlich zu vermeiden, sondern vielmehr darum, zu ergründen, wie du diesen Ärger auf ein Minimum reduzieren und sogar in etwas Positives umwandeln kannst.

Was nicht hilft

Lass mich zunächst zwei Methoden vorstellen, die nicht bzw. nur bedingt funktionieren. So könntest du zum Beispiel die negative Person auf ihre Negativität hinweisen. Ich habe es häufig probiert und glaub mir, es ist, als wollte man einem Elefanten Ballett beibringen. Diese Strategie kommt aus der Ecke „etwas stimmt mit dir nicht und das musst du dringend ändern“. Meine Erfahrung sagt mir, dass diese Strategie die Situation meist nur schlimmer macht, weil sich die negative Person nun erst recht bemühen wird, dir zu beweisen, dass die Welt ein schlechter Ort ist. Möglicherweise wird sie sich unverstanden fühlen und vielleicht bricht sogar ein Streit aus.

Eine weitere häufige Strategie ist, dass positive Menschen negative Menschen meiden. Sie gehen ihnen aus dem Weg, um nicht mehr mit dieser Negativität konfrontiert zu werden. Schön, wenn es klappt! Doch manchmal ist es nur bedingt möglich, der negativen Person aus dem Weg zu gehen, zum Beispiel dann, wenn sie am gleichen Ort arbeitet oder womöglich Teil deines Teams ist. Oder, wie in meinem Fall, zur Familie gehört.

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So viel zu dem, was nicht hilft.

Sich die Positivität bewahren

Hier ist eine Strategie in vier Schritten, die es dir ermöglichen wird, im Umgang mit solchen negativen Menschen deine Positivität zu bewahren:

Schritt 1: Erkennen

Negativität, negative Gedanken und negative Gefühle entstehen in einem selbst. Jeder von uns hat eine bestimmte Art und Weise, auf eine gegebene Situation zu reagieren. Im Laufe unseres Lebens erlernen wir Reaktionsmuster, die sich durch Wiederholungen festigen. Sie werden gewissermaßen automatisiert und können durch das bloße Vorhandensein eines Reizes, einer Situation oder eines bestimmten Verhaltens eines Mitmenschen ausgelöst werden. Die negative Person ist nicht dafür verantwortlich, dass sie in uns diese „Knöpfe“ drückt. Wir geben ihr schließlich die Erlaubnis und damit die Macht, diese zu aktivieren. Sie kann genau genommen nichts für die Existenz dieser Knöpfe. Sie mag der Auslöser, aber nicht der Grund für deren Existenz sein. Durch die Erkenntnis, dass besagte Knöpfe in uns selbst existieren, wird es erst überhaupt möglich, sich als aktiver Gestalter anstatt als Opfer der Situation wahrzunehmen. Wichtig ist also zunächst zu erkennen, dass Negativität, wenn auch von außen angestiftet, zuerst in uns selbst entsteht. Die gute Nachricht an der Stelle ist: Wenn der Ärger in uns selbst entsteht, steht es auch in unserer Macht, ihn zu dämpfen.

Schritt 2: Ärger nutzen

Wie schon erwähnt darfst du dich über andere Menschen ärgern. Wenn du einmal deinen Ärger wahrgenommen und erkannt hast, dann kommt der Moment, wo du „den Absprung schaffen“ musst. Andernfalls wirst du selbst schon bald von der Negativitätsspirale absorbiert. Dann reagierst du selbst gereizt und negativ.

Du schaffst den Absprung, indem du deinen Ärger konstruktiv nutzt. Dein Ärger ist ein Indikator dafür, dass dich etwas an der anderen Person stört, und er kann ein Indikator für ein wenig förderliches, automatisches Reaktionsmuster sein. Wenn du dich ärgerst, dann frag dich also: Welche sind denn meine „Knöpfe“? Kann ich Reaktionsmuster bei mir erkennen? Weshalb ärgere ich mich? Sind automatische Reaktionsmuster bei dir am Werke, werden diese häufig von ebenfalls automatischen, schwer kontrollierbaren Emotionen begleitet. Durch diesen Schritt bringst du etwas mehr Verstand in ein sonst weitgehend von automatischen Emotionen beherrschtes Verhalten und kannst von der negativen Person ablassen. Dieser Schritt nach innen und zu sich selbst ermöglicht dir den Austritt aus der Negativitätsspirale. Dein Ärger mag sich zu diesem Zeitpunkt zwar nicht in Luft aufgelöst haben, aber du wirst bemerken, dass dieser schon deutlich abgenommen hat.

Schritt 3: Verständnis aufbauen

Nach Schritt zwei hast du es geschafft, das anfänglich negative Gefühl etwas zu neutralisieren. Das wollen wir in Schritt 3 vertiefen. Frag dich zunächst: Weshalb verhält sich die negative Person so?

Ergründe, warum die negative Person so handelt. Mit wachsendem Verständnis schwinden die eigene Negativität, der Groll und der Ärger über die andere Person. Denn: Sobald wir mit dem Verstand etwas begreifen, kommen wir automatisch besser damit zurecht. Denk mal an junge Eltern. Diese versuchen sich stets das Verhalten ihres Babys zu erschließen. Sie suchen Erklärungen, und wenn sie eine gefunden haben, wird ihre Verzweiflung schlagartig weniger. Im Zweifel sind es immer die Zähne :-)

Unerklärliche Verhaltensweisen und Phänomene haben dagegen etwas Unheimliches. Sie verunsichern und verärgern uns. Womöglich wirst du niemals erfahren, ob du mit deinen Erklärungen richtigliegst, aber das ist auch nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass du mit deinen Hypothesen für mehr Klarheit sorgst.

Schritt 4: Empathie

Hast du eine Erklärung für das Verhalten der negativen Person gefunden, bist du nun in der Lage, mitzufühlen. Frag dich: Welche unbefriedigten Bedürfnisse stecken hinter dem Verhalten der negativen Person? Die Antwort darauf wird Mitgefühl in dir auslösen.

Empathie ist DER Schlüssel zum Abbau von Ärger anderen Menschen gegenüber. Spätestens dann, wenn du es schaffst, mit deinem negativen Gegenüber mitzufühlen, wird dein Ärger vollständig verschwunden sein. Doch was so einfach klingt, ist mit sehr viel Kraft verbunden. Denn du musst es praktisch schaffen, ein negatives Gefühl nicht nur zu neutralisieren, sondern sogar in etwas Positives wie Empathie zu verwandeln. Das kostet sehr viel Energie, es erfordert emotionale Reife und Übung.

Vielleicht fragst du dich an der Stelle, weshalb du so viel Energie in Mitgefühl mit dieser negativen Person stecken solltest. Denk dran: Du nimmst diese seelische Anstrengung nicht für dein Gegenüber auf dich, sondern für dich selbst. Du bist dabei, FÜR DICH einen Weg zu finden, mit Negativität umzugehen, ohne dich selbst anzustecken.

Mich hat diese einfache Strategie schon häufig bei Familienfesten gerettet und ich hätte mir im Interesse aller gewünscht, dass andere Anwesende sie ebenfalls anwenden. Sie hilft, einen kühlen Kopf zu bewahren, und verhindert, dass man sich von seinen Emotionen zu Aussagen und Taten leiten lässt, die man später bereut. Besonders Schritt drei und vier helfen mir immer wieder, mit Kindern wie mit Erwachsenen klarzukommen, die ich als „schwierig im Umgang“ empfinde.

4-Schritte-Strategie herunterladen

Damit du diese Strategie immer bei dir hast, wenn du mit einem negativen Menschen konfrontiert wirst, haben wir hier noch eine Zusammenfassung der 4 vorgestellten Schritte für dich:

Umgang mit negativen Menschen

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Über Jessica Peterka-Bonetta

Diplom-Psychologin Jessica Peterka-Bonetta schreibt ihrem Blog Today is a good day über digitale und technologische Möglichkeiten zur Steigerung von Glück, Zufriedenheit und Lebensqualität. Die berufstätige Mutter lässt dabei reichlich persönliche Erfahrungen sowie Humor einfließen und testet unermüdlich Apps, Web-Apps, Programme und Gadgets. Im analogen Leben berät sie freiberuflich Privatklienten wie Unternehmen zu Fragen der psychischen Gesundheit. Darunter fallen Stressbewältigung, Entspannung und Burnout-Prävention.

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Kommentare

  • Der Beitrag ist an sich schön und gut. Nur stolpere ich über Schritt 3 und 4:

    Verständnis und Empathie sind toll und hilfreich, um einer Sache auf den Grund gehen zu können und um eine geeignete Kommunikationsbasis zu schaffen.

    Nur was nützt das einem, wenn es eben bei einem negativen Menschen eben alles negativ bleibt? Man bei jedem Kontakt nur mit Negativem konfrontiert wird, obwohl man Verständnis gezeigt hat, Empathie bewiesen hat und aufgezeigt hat, daß es ja doch auch Schönes im Leben gibt:

    Sei es, daß das Wetter doch trotz allem Negativem mal schön ist oder einfach mal der Kaffee schmeckt.

    Irgendwann langt es auch. Es ist schön und richtig zu verstehen, warum manche Menschen so drauf sind, aber wenn sie sich nicht helfen lassen, kann es nicht Sinn der Sache sein, dies aushalten und tolerieren zu müssen.

    Die Menschen mögen ja auch ein schlimmes Schicksal gehabt haben usw. aber irgendwann interessiert mich das auch nicht mehr, weil ich keine Lust habe, mir mein Leben durch Negativität kaputt zu machen. Die sich dann sogar wie eine Seuche auf mir wichtige Menschen überträgt, weil sie mich zwangsläufig irgendwann runterzieht.

  • In unserem Leben war meine Mutter die negative Person. Ständig hat sie einem oder anderen das schlimmste Prophezeit. Als ich 30 geworden bin meinte sie: Nun hast du die Hälfte des Lebens bereits hinter dir und das war nur eine vor 1000den Aktionen über Jahrzehnte. Die Frau ist einfach nur Scheiße. Wir haben sie dann einfach in eine Psychiatrie zwangseinweisen lassen vor Jahren – da kann sie jetzt vor sich hinvegetieren. Wehren konnte sie sich nicht haha. Problem gelöst. Hab vor der Frau jeglichen Respekt verloren.

  • Hhhhmm, also ich habe generell ein Problem mit Begriffen wie negativer Mensch oder Energieräuber . Ich glaube kein Mensch trägt nur die eine Seite in sich.In der Natur gibt es Sonne,Sturm und Regen. WEr bin ich das ich darüber richte was davon positiv ist und was nicht? Ich sehe das bei Menschen ähnlich. Auch glaube ich das dir ein Mensch nur Energie oder sogar den Verstand Rauben kann wenn du es zulässt.Meist liegt es an uns wir setzen zu wenig Grenzen, erwarten das selbe von anderen wie von uns,wollen helfen wo Menschen keine Hilfe wollen sondern nur Jammern und sagen selten Stopp ⛔️ Wenn es zu viel wird. Zugegeben es wird immer Menschen geben die meine Knöpfe drücken,mich triggern und mich hart auf die Geduldsprobe stellen.Aber genau dafür sind sie da.das ich bei mir bleibe mich betrachte ,meine Wunden betrachte und bearbeite was schmerzt. ICh bin selbst eher soziophob oder schizoid also im Grunde oft so still das man mich garnicht bemerkt.Aber dafür selten schlecht gelaunt oder negativ eingestellt.Selten jemand der meckert. Ich mache alles mit mir aus.Lasse meinen Müll bei mir.Und dennoch kann mein Schweigen meine Mitmenschen auf so harte Bewährungsproben stellen das sie mit mir an ihre Grenzen gelangen. EIne häufige Erfahrung die ich mache. KLar wir wollen alle Verbindlichkeit. Zu einem stark schüchternen Menschen ist es schwer diese Verbindung aufzubauen. Auch lerne ich wie man Kommuniziert und übe mich darin. Nur ab dem Moment stellt sich für mich oft die Frage was stelle ich mit all den “positiven” Menschen an die mit Menschen wie mir an ihre Grenzen kommen? ich denke GFk ist hier wirklich der Schlüssel dahinter.Wenn ich mir gegenüber empathisch bin kann ich es auch dem Anderen gegenüber .Was zwar ein wenig Übung bedarf aber vieles lässt sich entspannter angehen .

    • Martins

      Das ist sehr schön beschrieben, genauso sehe ich das auch. Die Liebe zu den anderen Menschen spielt eine Rolle und dass wir durch die negativen Impulse der andeten auch viel für uns lernen dürfen. Danke für den tollen Beitrag

  • Hallo. Ja schon aber ich habe gelernt das dieses Mitleid auch total ausgenutzt werden kann. Ob es Krankheit oder nicht. Bie mir war es 12 Jahre lang eine Krankheit und ein psychischer Knacks aus der Kindheit des anderen Partners…Borderline…hier hat man Mitgefühl und es zieht dich mehr und mehr rein. Man sollte erkennen wan es genug für einen ist, nur etwas zu erkennen aber zu viel Liebe für den Menschen zu haben, hilft dann nicht. Denn man geht selber kaputt und versucht dann immer merh zu geben und zu verstehen. Man macht am Ende sogar Entschuldigungen für sein Gegenüber….was bestimmt nichts bringt auf Dauer. Es gitbt solche und andere Situationen. Auch kann es sein, das jemand wirklich ständig in die Scheiße fasst….sorry….aber dann wird man oft gleich als negativ und depressiv bezeichnet. Nur weil man auf eine Frage…wie geht es dir? mit der Wahrheit antwortet…die ja nicht gerade toll ist…aber eben Tatsache. Es heißt aber noch lange nicht das die Person negativ ist…..denn ich habe lernen dürfen….oder erkennen müssen…das ich früher das auch oft gehört habe…du bist negativ und deprie…etc….nur jetzt kann ich sagen…ich war nie negativ und deprie…nur weil der andere das reininterpretiert bin ich doch nicht so…ganz klar bewiesen….nach 12 Jahren Borderline Partner und misshandelten Kind von Großeltern….kann ich sagen….wäre ich negativ oder deprie gewesen…würde es mich gar nicht mehr geben…punkt!
    Darum eine Sache ist es zu verstehen, die andere umzugehen aber eine ganz andere wenn der Gegenüber nicht aufhört damit oder sich dem klar ist wie er selber ist…genau das würde ja den Anfang der Heilung ausmachen. Nur passiert das oft leider nicht….also egal. Ich hab den Beitrag gelesen und ich kann nur sagen….negativ sollte man auch vorsichtig sein. Nur weil man etwas nicht versteht oder sich vorstellen kann…oder nie erlebt hat und daher gar nicht weis wie es sein kann ständig solche Dinge zu erleben….heißt das nicht immer selbsverständlich das der negativ ist. Daher wäre ich persönlich vorsichtig mit den Ratschlägen, hier könnte auch was anderes dahinter stecken….einfach Pauschal so eine Anleitung zu machen??? naja jedem selber überlassen…aber ich denke das derjenige nicht über den Tellerrand hinaus geschaut hat oder schauen hat dürfen…oder sogar angst davor hätte das zu tun.
    Egal wie und was ich habe mir immer die Liebe bewahrt was viele auch nicht können, der erste Tag so gut wie möglich im Herzen halten und dann so weit gehen wie man meint gehen zu müssen. In meinem Fall…hab ich es übersehen und hab selber jetzt Herzprobleme bekommen. wovon ich nie geglaubt hätte das es solche auswirkungen haben kann…
    So sorry…aber das musste ich mal los werden.
    lg

  • Hm, es ist für allgemein jammernde Menschen sehr hilfreich, aber bei mir ist es ein Exremfall, habe eine narzisstische Mutter und mein Mitgefühl hat mich eher in den Ruin getrieben. Ich habe immer mitgefühlt und meine Bedürfnisse dabei vergessen, je empathischer ich versuchte damit umzugehen, desto mehr wurde das ausgenutzt. Und schlichtweg nur gejammert, lenkte ich es auf etwas Positives, dann wurde wieder ein anderes Thema angesprochen und am peinlichsten ist mir in der Öffentlichkeit, wenn sie über Kinder und Ausländer jammert. Ich werde dann einfach wütend, weil ich das einfach schrecklich finde. Also praktisch ist alles schlecht. Ich finde alles hat seine Grenzen. Ich lerne jetzt Grenzen zu setzen und einen gesunden Egoismus an den Tag zu legen. Weil diese “Aufopferung” ständig Mitgefühl zu haben, mich energetisch total ausgelaugt hatte. Es ist einfach falsch, aus Liebe sich von chronisch kranken Menschen alles anzuhören außer wenn man masochistisch veranlagt ist. Ich finde der Artikel hat mich persönlich nicht weiter gebracht. Du sagst das die Person für meine Knöpfe nicht verantwortlich ist. Stimmt nicht, wenn man mit einer Mutter zu tun hat, die einen emotional erpresst und als Kind emotional missbraucht hat, dann ist die Person für diese Knöpfe verantwortlich. LG

    • E

      Liebe Sylwi, du schreibst mir aus der Seele. Danke für deine Worte. Ich stecke im gleichen Dilemma und versuche auch Grenzen zu setzen und mehr auf mich und meine Bedürfnisse zu achten. Bei Freunden und Kollegen klappen die Vorschläge von ZZL sicher, aber wenn die eigene Mutter diese Knöpfe installiert hat, wirds schon schwieriger. Und das hat meiner Meinung nach nichts mit “abnabeln” zu tun. Wie geht es dir mit Grenzen setzen und dem gesunden Egoismus?
      Liebe Grüße

    • Realtalk

      Wer nicht über negative Begebenheiten sprechen kann ist eine Pussie und ein schlechter Gesprächspartner. Das Leben hat gute und schlechte Seiten. Vor allem die Realität in der wir leben, sollte mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Ein Gesprächspartner der negativen Themen aus dem Weg geht oder sie versucht gut zu reden, soll mir gestohlen bleiben.

    • Sans

      Liebe Sylwi, bei mir ist es genauso. Meine Mutter hat mich emotional misshandelt und sie probiert es auch heute noch. Alles war immer schlecht, alles, ich auch. Ich habe sehr, sehr lange gebraucht, um überhaupt zu erkennen, was sie mir antut. In Beziehungen habe ich Kränkungen etc. überhaupt nicht gespürt, da ich es gewohnt war, schlecht behandelt zu werden und mich davon abspaltete, um es auszuhalten. So werde ich mein ganzes Leben mit dem Trauma meiner Kindheit zu kämpfen haben und dann soll ich Verständnis haben…

    • Martins

      Manchmal braucht ein Mensch vielleicht kein Mitgefühl. Manchmal muss man auch aus Liebe hart und konsequent sein. Dann ist es vielleicht genau das, was derjenige braucht um sich weiter zu entwickeln. Macht er das nicht, ist es sein Ding und die Probleme dürfen bei ihm bleiben. Es sind nicht deine. Auch bei mir selber musste ich z. B. schauen und mich aus meiner Opferrolle herausnehmen. Musste für mich etwas ändern.

  • Habe mit einer Freundin (?) Schluss gemacht: sie beschwert sich ständig über etwas, jüngst über Schulterprobleme. Ich versorgte sie auf Anfrage mit Physio u. Tipps. Als ich nach einige Wochen sie fragte per mail fragte wie es ihr ginge, u. ob sie essen kann (ich hatte vor X jahren auch heftige Probleme u. konnte es nicht – und nein, sie hat es damals nicht einmal bemerkt noch je gekümmert) reagierte sie super aggresiv, behauptete sie hätte nie um Rat gebeten u. interpretiere irgendwelchen Rat als “Beleidigung”. Nun ja, ich muss mir nicht alles gefallen lassen: glaube sie konnte einfach nicht damit umgehen, dass ich es wagte zu erwähnen wie es mir damals ging – es muss ja nur um SIE SELBST immer gehen, alles andere ist Hochverrat. Typisch Narzisten: seit jahren geht es immer nur um sie, das ich eigene Interesse, Probleme haben könnte merkt die nicht. War eh keine echte Freundschaft.

  • Als positiv denkender Mensch ist es für mich extrem schwierig mir die unglaublich dramatischen negativen Erlebnisse und Ärgernisse meiner (erwachsenen) Tochter fast tagtäglich anzuhören. Auf der Suche nach einem Ratschlag, wie ich damit umgehen kann, ohne selbst in eine Negativstimmung zu geraten oder mit ihr in einem Streit zu geraten bzw. mir ständig anhören zu müssen “Du verstehst mich nicht” bin ich hier gelandet und lese mit Interesse die unterschiedlichen Ansätze.
    Heute war das Drama ein Umbau im Haus, der nicht fertig geworden ist.
    Meine Tochter muss eventuell noch zwei weitere Wochen “auf einer Baustelle leben”. Also wir sprechen von einer Wand im Wohnraum, die nicht fertig ist!
    Für diese “Tragödie” fehlen mir einfach die Nerven, Verständnis aufzubringen.
    Zu gerne möchte ich sagen: Schön, dass das all Deine Probleme sind.
    Aber ich übe mich in Geduld, versuche es zu verstehen – leider eher ohne Erfolg.
    Offenbar bin ich auserkoren. Bei mir darf man Ärger abladen – und ich habe gefälligst der gleichen Meinung zu sein, das es keine vergleichbar größere Tragödie gibt!
    Ich glaube, ich versuche es einmal mit der beschriebenen Verstärkungstaktik und warte auf den Satz: So schlimm ist es ja nun auch nicht! Hat jemand noch einen anderen Tipp?

  • Ich finde es tatsächlich sehr schwierig, trotz Empathie, positiv zu bleiben. Ich habe vor 1,5 Jahren in einer Agentur angefangen in der meine beste Freundin arbeitet. Nun ehemals beste Freundin. Ich wusste vorher natürlich schon, dass sie tendentiell ein negativer Mensch ist, allerdings hat es mich nicht so betroffen. Mittlerweile empfinde ich sie nur noch als verrückt. Es fing damit an, dass sie grundsätzlich über alle lästert. Sie ist Projektmanager und macht alle Leute schlecht, die in der Agentur arbeiten. Alle würden sie im Stich lassen und sich auf sie verlassen, dabei tut das niemand. Sie nimmt sich alle paar Wochen eine Person heraus und faltet die immer wieder zusammen mit einem Höchstlevel an Aggresivität, so dass diverse Leute gekündigt haben oder in andere Teams versetzt werden wollten. Leider hilft das nicht viel gegen die stetige üble Nachrede, dass man ein fauler Idiot sei, der keine Ahnung von seinem Job hat und auf alles scheißt. Sie wirft einem stets vor man hätte einfach keine Lust seine Aufgaben zu erfüllen und erfindet die ganze Zeit Geschichten, obwohl man ihr schon alles abnimmt und sie selbst auch nichts produziert sondern es nur zum Kunden weiterleitet. Wenn man eine Frage beantwortet bedankt sie sich und erzählt dann hinter dem Rücken, dass man nichts tut. Vollkommen verrückt. Wenn man sie darauf anspricht, verneint sie erst und sagt dann: ja, du musst halt mit Kritik umgehen. Wenn man fragt, aber auf welcher Grundlage? Du sagst ich habe nichts gemacht, aber hier steht es Schwarz auf Weiß und du hast dich sogar dafür bedankt, sagt sie: ganz ehrlich, nimm doch einfach mal Kritik an und geht zum Nächsten um zu lästern. Wie geht man damit um? Mit dem Chef zu reden hilft nichts, denn er hat ihr zwar eine Ansage gemacht, aber grundsätzlich ist es egal, denn sie verbreitet über uns diesen Eindruck bei anderen Leuten außerhalb der Agentur auch. Man fühlt sich einfach hilflos. Vor allem auf mich hat sie sich nun eingeschossen.

    • Mariesche

      Ich habe ein ähnliches Problem, hast du schon eine Lösung gefunden?
      LG

  • @wienerin: d’ accord. Manchmal ist erstaunlich, wie wenig Leid sogar Profis einfach nur mit zu ertragen bereit sind, wenn sich grad offensichtlich keine befriedigende Lösung für das Problem des Klagenden findet. Manchmal scheitert eine befriedigende Interaktion tatsächlich daran, dass es dem Klagenden nicht gelingt, einen Haufen Sch..e einfach mal einen Haufen Sch…e nennen zu dürfen. Gut, dass Sie das Thema Größenwahn des Helfenden mal aufs Tapet gebracht haben, selbstverständlich und immer auf der Stelle eine Lösung zu erarbeiten. Ist für mich ein Hauptgrund, Verhaltenstherapie auch im Fall von eindeutig durch eigene Verhaltensweisen und Überzeugungen erzeugtes Leid nicht mehr grundsätzlich als beste Option zu sehen. (Nicht weil ich Verhaltenstherapeuten als größenwahnsinnige Menschen empfände, sondern weil ich den Anspruch, man müsse bei solcherlei Leid auf dem Weg zur richtigen Einstellung zu sich selber nur die Ratschläge eines Menschen befolgen, der es besser weiß, und schon wird das Leid beendet, größenwahnsinnig und spirituell armselig finde)

    • GRACIE

      Liebe Autorin des Artikels, Danke für die guten Worte ” Arschbombe in die positive Energie” Sie haben mir wirklich gerade sehr geholfen mein gutes Benehmen zu bewahren

  • @Tanja: es ist natürlich ein Unterschied, wie nah man dem Negativen steht. Professionell (als Ärztin für den Körper) muss ich natürlich bewerten, wem es am schlechtesten geht, wer seine Krankheit über- und wer sie eher unterschätzt. Erstens erwarten auch Patienten das von mir, und zweitens trifft auf eine Station im Krankenhaus oft das zu, was auch auf die Weltkarte zutrifft: zeichnet man objektivierbare Krankheitsschwere oder Landmassen auf, erhält man ein ganz andere Karte, als wenn man nach Selbsteinschätzung oder Pro-Kopf-Einkommen kartographieren würde. Ich habe für mich natürlich den Anspruch, den Kränksten am meisten zu helfen, auch wenn diese eben meist nicht am lautestesten schreien… :-)
    Als Privatperson ist mir natürlich auch aufgefallen, wie subjektiv Leid tatsächlich ist. Was der eine schulterzuckend wegsteckt, führt den nächsten in eine Tag-und Nacht-Hölle, die er möglicherweise nicht einmal artikulieren kann und dessen Sprachlosigkeit auch noch schrecklicherweise von seinen Nächsten übersehen wird. Daher habe ich mir wie wahrscheinlich viele irgendwann mal unbewusst vorgenommen, von Wertungen, wie schlimm etwas ist, zumindest bei seelischem Leid um jeden Preis Abstand zu nehmen. Dennoch ist das als Weg zu einem mitfühlenden Leben nicht ausreichend, wie jeder ums Helfen bemühte irgendwann feststellen muss: denn dann bleibt er selber auf der Strecke, der Helfer, jedermanns Wünsche werden berücksichtigt, jeder Mensch wird respektvoll behandelt, nur er selber nicht. Mitgefühl, so schreibt Kornfield treffend, ist keine Ko-Abhängigkeit.

    Mit welcher Einstellung es mir schließlich gelungen ist, mitfühlend zu bleiben UND mich nicht auffressen zu lassen, habe ich oben beschrieben. Ich habe das Werten nicht ganz eingestellt, aber ich benutze es nicht mehr, um Menschen abzuwerten oder von mir abzurücken, sondern um am Beispiel des Negativen nicht mit ihm in seinen Folterkeller runtersteigen zu müssen, wenn er mir mal wieder die Taschenlampe in die Hand drücken will. Ich brauche ihn nicht auf diese Weise zu verstehen, um zu akzeptieren und ehrlich zu bedauern, dass er leidet. Er hat seine Realität und ich meine.

    Besonders hart ist es freilich, und diese Situation kenne ich selbst sehr gut, wenn die Negativen Menschen sind, die einem sehr nahe stehen, zu denen man verzweifelt Nähe herstellen möchte, wie Eltern oder Partner. “Komm mit mir in den Keller und dann sind wir uns endlich nahe” kann verführerisch sein, und trotzdem weiß jeder, der das schonmal ausprobiert hat, wie sein persönliches Leid ab dem Punkt erst richtig zunimmt, wo er dem anderen zuliebe gegen tiefsitzende “normale” Überzeugungen handelt. (Mit normal meine ich Überzeugungen wie “Rausch-Konsum von Alkohol oder Drogen ist schlecht”, “die Welt ist ein Ort, in den ich Vertrauen haben kann” als Antithesen zu Substanzabhängigkeit, Depression und Wahnvorstellung). Selbst täglich seine Auffassung “das Leben ist schön” gegen eine Familie verteidigen zu müssen, die unermüdlich das Spiel “ist es nicht schrecklich” spielt, kann unendlich Kraft kosten. Hier muss der Betroffene gar nicht mal unbedingt generell nicht gut abgegrenzt sein, denn wer verspürt schon keine Sehnsucht, seinem Liebsten nahe zu sein oder von seinen Eltern anerkannt zu werden?
    Mit hat da die Realisation geholfen, dass die Betroffenen sich in schockierendem Ausmaß – alle – nur um sich selber drehen. Ja, auch der Negative: die anderen sind nur in ihrer Funktion als Jasager willkommen und werden oft nur am Rand wahrgenommen. Das Leid beim Mit-Gang in den Leichenkeller ist hart ausgedrückt Perlen vor die Säue, der Negative will nur Zeugen, die das Gleiche sehen wie er. Und ja, auch der Helfer: denn warum arbeitet er sich ausgerechnet an einem so undankbaren, wenig Erfolg versprechenden Objekt derartig ab?
    Diese Antwort muss man für sich selber finden. Im Falle von Eltern ist oft relativ offensichtlich, dass Eltern, die sich (aus Gründen, die idR nur in ihnen selber liegen), sehr stark um sich selber drehen, einen lebenslangen Hunger nach Wahrnehmung und Bestätigung in ihrem Nachwuchs erzeugen. Dieser nimmt den tatsächlichen Mangel an Aufmerksamkeit persönlicher, als er ist, und verliert sich selber in den Bemühungen, “besser und liebens-werter zu werden”. Selbst wenn er begriffen und verziehen hat, dass sie getan haben, was sie konnten – die wenigsten sind freiwillig schlechte Eltern! – und mehr von ihnen nicht zu erwarten sein wird, ist sein Hunger nach Nähe und Bestätigung damit nicht gestillt.
    Grausame Wahrheit ist: Wieviel Ich-Absobiertheit man sich in seinem Bedürfnis, Nähe herzustellen, von einem anderen Menschen gefallen lassen muss, ist ein Standard, den man von seinen Eltern lernt. Empfindet man es so, dass sie sich wie die Sonne um sich selbst gedreht und ihre Kinder wie Planeten auf unkalkulierbare Umlaufbahnen gezwungen haben, muss man sich klar machen, dass man in der Fortsetzung der Statisten-Rolle keine Chance auf einen glückliches Geben und Nehmen haben wird. Kaum eine Rolle ist, wenn man sie eingeübt hat, so nutzlos für das “Talent” selber wie die des Überhaupt-Nicht-Wahrgenommenen! Selbst eine feste, aber undankbare Rolle wie das Aschenbrödel hat Vorteile wie Berechenbarkeit und Angenommenwerden. Wer dagegen Statist in einem Dauer-Spontandrama sein muss, bekommt sozusagen nicht mal eine Teilnahmebescheinigung, denn das würde die Aufmerksamkeit eines Menschen erfordern, der diese ausschließlich für sich selber reserviert hat.

    Teuflischerweise bleiben Leute mit einer “Mission” – die Schlechtigkeit der Welt ist nur ein Beispiel für eine solche – häufig an Leuten hängen, die viel Übung im Ertragen einer solchen Situation haben. Wenn ich mir mal wieder so einen Gesprächspartner “eingefangen” habe, hilft mir, mir zu sagen: “ich kann das gut – aber ich will das nicht”.

    • Kojan

      @Titakjang Danke, Sie sprechen mir aus der Seele :)

    • Sabi

      Danke. Es gibt nichts, was es hätte besser und verständlicher beschreiben können.

  • Als Coach reagiere ich so, wie empfohlen. Hier habe ich einen professionellen Auftrag. Als Privatperson bin ich froh nicht alles Leid der Welt tragen zu müssen. Eine Freundin, die ich sehr schätze nutzt unsere seltenen aber intensiven Treffen um ihren Belast auf mich zu laden. Ich versuchte sämtliche Strategien. Nicht half. Zum Schluss war ich immer “schwerer” und ausgelutscht, weil ich immer wieder versuchte Positives ins Gespräch zu bringen. Ich habe akzeptieren müssen, dasss sie das braucht. Weder offene Fragen, noch Tipps noch Sichtweisenwechsel war gefragt. Bei ihr funktioniert nun folgendes. Ich wertschätze ihre Probleme in dem sie wiederhole. Dann sage ich, dass ich froh bin, dass ich so dieses oder jenes Problem weder kenne noch habe. Dann passiert oft etwas Spannendes. Sie kontert oft,” na ja so schlimm ist es nicht!” Und beginnt sich wehrend die positiven Seiten des Problems zu erklären.

    Das ist meine Strategie.

    Bei Menschen, die für mich nicht wichtig sind, versuche ich oft die 3 Filter – Methode.

    Schönen Abend allerseits!

  • Negative Menschen kosten wirklich sehr viel Kraft.

    Ich bin froh, dass ich nicht 8 Stunden täglich 5 x die Woche mit meiner Kollegin zusammenarbeiten muss! Denn die Negativität färbt stark ab, meine andere Kollegin kann ein Lied davon singen. Nach Möglichkeit versucht sie zwar dann meist gar nicht mehr auf diese Wehwehchen bzw. negativen Aussagen einzugehen und gibt sich dann stark “konzentriert”, aber das funktioniert nicht immer. Je mehr Jahre die beiden zusammen sind um so mehr färbt diese Negativität ab.

    Für mich war und ist es eine Lösung das Ganze mit Humor zu nehmen, obwohl gerade mir das schwer fällt! Manchmal ziehe ich sie dann zwar auch auf oder übertreibe dann, wenn ich auf ihre Meinung reagiere. Dass hat dann aber oft zur Folge, dass sie Lachen muss. Und die Situation ist somit wieder entspannter. Manchmal beschwichtige ich sie auch nur oder erzähle auch mal was bei mir gerade schief läuft. Auch dies bringt sie dann wieder etwas runter.

    Im Grunde lege ich mir ihr Gegenüber eine Rolle zu, damit sie mich nicht in den Keller zieht. Aber das ist sehr schwer und kostet viel Energie!

  • Danke für Ihre Themen – sie regen zum Weiterdenken an – hier ergänzende Fragen von mir:

    Was wäre anders im Leben, wenn Menschen mehr “betrachten” als “bewerten”? Positives? Negatives? Was bedeutet Beides konkret? Bewertungen hinterlassen Gefühle. Auch die Medizin bewertet in gesund und krank. Meist fühlen sich Menschen erst dann richtig krank (physisch/ psychisch), wenn sie ihre Bewertung (Diagnose) bekommen. Sie erschrecken, fühlen sich bestätigt hilflos, und/oder ängstlich, bremsen sich damit ihre Lebenskräfte aus. Ähnliche Resultate entstehen bei unzähligen täglichen anderen Bewertungen…

    Wenn Menschen dazu übergehen, sich und Andere liebevoll(er) und vor Allem wertfrei(er) zu betrachten, wenn Vergangenheit sein darf, Lebensumstände, auch das Quäntchen Glück/Pech im Leben als prägend akzeptiert werden und eigenes “Glück” im bisherigen Leben dankbarer erkannt wird/würde, welch eine Entlastung! Alleine schon die Kraft aus diesen Einsichten könnte das Zusammenleben vereinfachen, lebenswerter machen selbst mit solchen Menschen, die sich im Moment noch ihr lebensnotwendiges Maß an Zuwendung auf “anstrengende” Arten einfordern durch klagen, jammern, schimpfen …

    Liebevolles Annehmen ist eine Voraussetzung für Veränderung. Geduld, Zuhören, Trost, Berührung = so entstehen Glücksmomente. Sie helfen, sich aus gedanklichen Gefängnissen zu befreien, den inneren “Richter” milder zu stimmen, sich Neuem zuwenden zu können.

    In diesem Sinne Ihnen Allen weiterhin glückliche und inspirative Pfingsttage – Pfingsten, das Fest der geistigen Erneuerung und Veränderung – ein Thema, das die Welt dringender denn je, braucht.

  • Ich kenne beide Seiten.
    Bisweilen kann ich sehr ins Negative rutschen, wenn der ganze Frust wieder zuschlägt, dann ist bisweilen wirklich alles Mist.

    Schön ist es dann, wenn der Gesprächspartner einfach mal fragt, was war denn gut – z. B. am eigenen Partner, wenn es grade in der Beziehung knirscht. Mein Bruder hat mich damit letztens wieder aus der Negativspirale hochgeholt, im ersten Moment war ich so perplex, dass ich die Frage kaum beantworten konnte.

    Zu entscheiden / “werten” wer “negativ” oder “positiv” ist, genieße ich mit Vorsicht. Manchmal hilft es mir da auch zu fragen: Was ist meine Erwartung an die Person in dieser Situation?

    Und es ist ein Unterschied ob einen eine Person “immer wieder ein Ohr mit ein und der selben Leier abkaut” oder ob es ein erstmaliger Kontakt ist, in dem sich jemand Luft macht.

    Oft ist es auch bei mir so, stecke ich in meiner “Negativ”-Phase, erlebe ich es selbst nicht so negativ wie das Umfeld, dass es als Aussenstehende/r wahrnimmt. Ich bin oft genug mit meinen zynischen Kommentaren und Beschwerden in einem Zustand der es mir erlaubt weiter zu machen obwohl ich viel lieber zusammenklappen und mich in einer Ecke verstecken mag.

    Erstrebenswert oder nicht, bitte selbst entscheiden. Ich arbeite an den gesünderen Bewältigungsmöglichkeiten. Dazu gehört auch mich bisweilen nicht so hyperduper ernst zu nehmen. Über eigene Fehler und Pannen grinsen zu können ist auch gut.

    Was mir leider nicht immer gelingt:
    Andere Personen sein zu lassen wie sie sind. Probleme anderer Leute zu lassen wo sie sind – bei den Leuten, die diese Probleme haben.

  • In dem Artikel habe ich mich selbst als Person erkannt, die negative Phasen bei sich selbst und bei anderen kennt. Generell finde ich es etwas zu einfach gesagt, wenn man Menschen als “negative Menschen” bezeichnet, sieht man dann doch erst selbst in ihnen nur das Negative. Es ist häufig deutlich in unserer Gesellschaft, daß dunkle Seiten von Menschen oft nur in “verarbeiteter Form” in Kunst und Literatur gesellschaftsfähig sind. Sozusagen, gut zum Anschauen und diskutieren, “man muß sich ja auch mal mit solchen tiefsinnigen Charakteren” in z.B. Filmen auseinandersetzen und schaut nicht nur Rosamunde Pilcher – Filme. Im alltäglichen Leben allerdings grenzt man sich dann doch lieber ab und zieht es vor, wie schon oben beschrieben, sich lieber mit “positiven Menschen” zu umgeben.

    Ich möchte zitieren: “Ganz gleich, was er erzählt, es ist immer, um sich zu beschweren, sich selbst oder andere zu bemitleiden. …”
    Allein in dieser generalisierenden Aussage tritt sehr viel Negativität und Bewertendes zu Tage. Woher wollen Sie beurteilen können, ob die Person sich “immer nur beschweren will, sich IMMER nur bemitleiden will”. Ich denke, es gibt eine ganze Reihe mehr Möglichkeiten, warum jemand das ausdrückt, was er ausdrückt. Solch eine Aussage ist, wie Sie ja selbst schreiben “Ganz gleich, was er erzählt…”, gleichmachend, pauschalisierend.

    “Es scheint, als habe sie einen hochspezialisierten Sensor für Negatives, ..” Ja, Sie haben recht. Jeder der bereits einmal in einem fast abstürzenden Flugzeug saß (als Beispiel), wird hochsensibilisiert sein und evt. Angst entwickelt haben.

    “Tatsächlich hat diese Person auch viel einstecken müssen, aber das ist eine andere Geschichte. Was ich auffällig finde, ist diese Fixierung auf Negatives und das komplette Ausblenden von positiven Ereignissen.” Warum, frage ich mich, ist das eine andere Geschichte, wenn die Person tatsächlich “viel im Leben einstecken” mußte? So, wie Sie in jeder Begegnung mit ihr penetrant nach dem Positiven suchen, so sucht auch das Gegenüber permanent weiter nach dem Negativen. Ich denke, ja, mit Empathie kommt man bereits weit, es hilft aber nicht, wenn man das Gefühl vermittelt, : wenn du jetzt nicht sogleich positiv denkst, lasse ich dich aber sofort ohne meine gutmütig gezeigte Empathie im Regen stehen!” Vielleicht ist es besser, man läßt das Negative einfach stehen, so wie es ist. Wenn sehr stark versucht, so kam es mir vor, Menschen mit negativen Stimmungen vom Positiven im Leben zu überzeugen, treibt man sie noch viel tiefer zu dem Pol der Negativität. Es kommt dann so rüber, als habe das Negative keine Berechtigung, als würde nur dem Positiven Raum gegeben. Es heißt es doch so schön, um im Leben zufrieden zu sein, ist es gut, einverstanden zu sein mit den positiven und negativen Seiten. Ich hoffe, der Kommentar war jetzt ausreichend positiv für Sie.

    • wienerin

      in diesem kommentar scheint mir eine menge bedenkenswertes zu stecken.

      meistens hängt die abwehr eines “negativen nörglers” damit zusammen, dass menschen sich aufgefordert fühlen, das ihnen präsentierte leid zu beheben oder wenigstens richtung besserung der situation zu verändern. daraus dann ergeben sich “sinnvolle” ratschläge, die vielleicht für den ratgeber taugen, aber sicherlich nicht in jedem fall für jeden anderen.
      ergebnis: der “negative nörgler” fühlt sich missverstanden und erneut in seiner negativen weltsicht – oder auch nur der augenblicklichen sicht auf seine situation – bestätigt. “alles mist!”

      was läuft hier falsch ab?
      wenn einem jemand sein leid klagt, muss er es offensichtlich aus sich rauslassen.
      hat man ausreichend zeit und geduld, kann man sich das lange anhören. hat man wenig zeit und geduld, erklärt man das am besten freundlich und hängt die frage an, ob man jetzt und konkret etwas helfen könnte.
      falls das bejaht wird, entscheidet man, ob man diese hilfe leisten kann und/oder will und teilt die entscheidung freundlich mit.

      in den allermeisten fällen erwartet der klagende “negative nörgler” nicht hilfe vom anderen. er wird nur nicht fertig mit seiner situation. kann man nun einem menschen mit diesem problem nicht ausweichen (kollege, familienmitglied…), ist es am besten, zuzuhören und dann das gehörte zu bestätigen. also: mitteilung: ich habe dich gehört/verstanden.
      daran anschließend ein wort des mitgefühls oder – wie oben – frage nach einer konkreten erbetenen hilfe; und entscheidung, ob man helfen will bzw. kann.
      wird das problem erneut an einen herangetragen, kann und sollte man ruhig darauf verweisen, dass man es bereits miteinander besprochen hätte und falls sich nichts an den fakten geändert hätte, man doch lieber die zeit für anderes nutzen wollte.

      das problem besteht doch vor allem darin, dass man als “angejammerter” zu feig ist, zu sagen, dass man sich mit dem “leid” des anderen nicht befassen kann oder will. und dass man dennoch die rolle des “erlösers” geben möchte, u.a., weil die wenigsten von uns damit klar kommen, dass es dinge/situtationen/lebensverhältnisse gibt, die nicht oder nur mit einem aufwand positiv zu verändern sind, den man nicht aufbringen kann oder will.
      (dazu kommt oft noch eine gewisse hybris, viel klüger und geschickter im lösen von problemen zu sein.)

      was nicht zu ändern ist, wird am besten als existent ins leben integriert – wie ein felsen mitten am weg. man sucht sich einen weg darum herum. will jemand partout vor dem felsen stehenbleiben und keinen weg um ihn herum suchen und sich enttäuscht nicht mehr weiter bewegen, so ist auch diese entscheidung zu akzeptieren.

      das alles ist nicht zu verwechseln mit rücksichtslosigkeit und egoismus. im gegenteil: die ehrliche einschätzung der eigenen möglichkeiten, einem anderen zu helfen, und die ehrliche mitteilung dieser begrenztheit bedeutet respekt vor dem anderen.

      alle anderen manöver sind nur solche und daher auch manipulation. manipulation aber ist meilenweit von respekt entfernt.

  • Menschen, denen der Umgang mit negativen Menschen zusetzt (wie ich), sind oft nicht gut genug abgegrenzt. Der innere Schmerz entsteht dadurch, dass man sich gegen die implizit empfundene Aufforderung wehrt, die Welt ebenfalls so schrecklich finden zu sollen wie der Negative. Wie weit er einen tatsächlich dazu auffordert, ist eine ganz andere Frage. Aber dass man nicht in solche einer Welt voller Schurken leben möchte wie der Negative, ist nicht nur verständlich sondern in den meisten Fällen objektiv angezeigt.
    Deswegen bin ich der Meinung, der erste Schritt besteht in Achtsamkeit seinen eigenen Gefühlen gegenüber -auch wenn das als Nabelschau missverstanden werden kann. Empathie kommt erst im zweiten Schritt – und zwar nicht, wie schlecht abgegrenzte Menschen das häufig tun, indem man wirklich versucht, die Welt mit den Augen des anderen zu sehen – man braucht sich nicht bei jeder Lamentierereien damit auseinanderzusetzen, ob der andere diesmal vielleicht doch recht haben könnte! Wer sich fragt, ob er das Recht zu einer solch schroffen Haltung wirklich mal herausnehmen kann, sollte sich mal fragen, wie oft der Negative auch nur einen Funken Energie darauf verschwendet, den Standpunkt seines Gegenübers wohlwollend nachvollziehen zu wollen. Und: Wie man selber damit umgeht, mal zu Unrecht abgewiesen zu werden (meist sind die Nehmerqualitäten der typischen Opfer von Nörglern nicht nur in einer anderen Liga sondern objektiv besser ausgeprägt, als es gut für sie selber ist.)
    Mitgefühl hat der Negative natürlich trotzdem verdient, aber für seine Verrranntheit. Es ist nicht bei Todesstrafe verboten, auch mal zu werten! Wenn wir erkennen, dass auch wir selbst uns ständig verrennen, kommt das Mitgefühl nicht vom hohen Ross. Man kann den anderen als Mensch anerkennen und wertschätzen, ohne sich mit seinen bis zum Erbrechen vorgebrachten Meinungen auch bis zum Erbrechen auseinanderzusetzen, nur weil dieser das wünscht. Ein typisches Opfer eines Nörglers hat ein Problem damit, nein zu sagen – er sollte sich mal genau angucken, wie die anderen (Kollegen etc) mit dem Negativen umgehen, für die dieser nicht so ein Stachel im Fleisch ist. Und ehrlich versuchen, zu bewerten, ob man selber mit all seiner Zuhörergeduld wirklich mehr Positives für den Nörgler bewirkt hat, oder ob es vielleicht – Hand aufs Herz – die Kollegen waren, die sich einfach weggedreht haben. Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich, auch dafür, seine falschen Überzeugungen zu korrigieren oder eben weiter dran zu leiden. Die beste Antwort für Nicht-Therapeuten auf die typischen Negativen-Paranoia, wenn sie immer und immer wieder vorgebracht werden, ist “das interessiert mich nicht” (man muss es freilich dann auch innerlich schaffen, sich wegzudrehen und zu anderen Themen überzugehen, selbst und vor allem wenn der Negative weiterkaut, etwas anderes ist von ihm in der Akutsituation nicht zu erwarten)

    • Tanja

      Toller Kommentar Titakjang! Kann ich so nur empfehlen, da ich mittlerweile auch so reagiere. Jahrelang, bzw. jahrzehntelang habe ich das negativistische Gejammere über die ach so schreckliche Welt erduldet. Mal habe ich es über mich ergehen lassen, mal hab ich mitgeschimpft um es erträglicher zu machen für mich. Da ich hochsensibel bin hat es mich jetzt erwischt: burnout.
      Nun fange ich an mir das zerstörerische Verhalten meiner Familie nicht mehr gefallen zu lassen. Ich sage dann entweder direkt, dass es mich nicht interessiert oder mir nicht gut tut oder einfach dass es nach der 100000000 Wiederholung auch nicht besser schlechter oder anders wird. Und -es wirkt!

  • Danke für diesen Beitrag. Habe die Methode auch schon mit Erfolg ausprobiert, auch wenn sie nicht immer klappt. Und das ist auch o.k. Wir müssen ja nicht perfekt sein. Und bestimmt ist es auch nicht die einzige Methode. Denn bekanntlich führen ja alle Wege nach Rom…
    Make the day count.

  • Hallo, ich bin selbst ein eher negativ denkender Mensch und umgebe mich daher lieber mit positv denkenden Menschen. Bei dem Artikel habe ich spontan an meine Schwiegermutter gedacht (Schwiegereltern leben im selben Haus), von der ich eigentlich immer nur Negatives höre. Seit etwas mehr als einem Jahr habe ich nun den Kontakt so gut es geht reduziert, weil ich glaube, das mir das nicht gut tut.
    Ich hatte das Gefühl, das es mir dadurch besser geht. Vielleicht ist es ja auch im Augenblick für mich genau das Richtige. Ich bin ja schließlich schon selbst (negativ) infiziert und arbeite noch daran, selbst eine positivere Einstellung zu bekommen.
    Schöne Pfingsten!

  • Der Artikel ist von einer Psychologin geschrieben, die mit ihren KlientInnen so umgehen soll und muss – ich empfinde ihn aber als nicht alltagstauglich! Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ich therapeutisch mit einer Person umgehe – oder versuche, neben ihr zu arbeiten, zu leben oder nur zu sein. Was die eigene psychische Gesundheit angeht, so sind die hier angeführten Ratschläge eher dazu geeignet, sich in einer Art mit dieser negativen Person zu befassen, die viel zu sehr die eigene Psyche belasten, statt sie zu schützen und die eigene Positivität zu bewahren. Der Griff in die Methodenkiste der Buddhisten ist hier weit schonender: Achtsamkeit und Mediation im Moment des Zusammentreffens. Lächeln (das steckt an und wenn man lächelt, kann man nicht gleichzeitig grantig sein), zuhören und wie ein Wölkchen vorbei ziehen lassen, was da an negativer Energie auf einen zuströmt….aber keinesfalls damit befassen. Und die negative Energie, die bei genauem Zuhören in einem selbst aufkeimt als Energie des Anderen identifizieren und ebenfalls wieder weg ziehen lassen, denn sie gehört einem ja nicht. Die Anmerkung mit der GFK hilft hier sicher weiter…..

    • Christine

      Ja, dem stimme ich zu.
      Freundlichkeit, Achtsamkeit und eine positive Grundeinstellung sollten wir ins Miteinander einbringen. Ich habe es jedoch aufgegeben, Mitmenschen davon überzeugen zu wollen, dass das Leben schön ist. Das ist nicht meine Aufgabe. Ich unterscheide, ob sich jemand mal in einem Stimmungstief befindet und Hilfe/Rücksichtnahme benötigt oder ob jemand vom Naturell her einfach vorsichtiger/ängstlicher ist oder ob jemand anhaltend griesgrämig ist bzw. schlimmstenfalls sogar Freude daraus zieht, anderen Menschen die Stimmung zu verderben. Mein Selbstschutz-Rezept für den Umgang mit Dauerpessimisten: Dem Betreffenden sofort Aufmerksamkeit entziehen! Wenn ein Miteinander erforderlich ist (Familie/Kollegen) freundlich bleiben, sich nicht provozieren lassen, wenn irgend möglich mit einer beiläufigen neutralen Bemerkung sofort abwenden. Nicht versuchen, den anderen positiv umstimmen zu wollen, wenn das gar nicht gewollt ist. Der/die andere darf ja so sein, aber ich bin nicht der geeignete Mitspieler.
      Diese Sichtweise kostete mich zunächst viel Überwindung, stärkte jedoch mein Selbstbewusstsein. Ich fühle mich leichter und freier.

  • Bei mir im Haus lebt im Parterre seit 40 Jahren eine Frau, die mich jahrelang mit all ihren Wehwechen beklagt hat, wenn ich von der Arbeit nach Hause kam. Ich habe alle Tricks versucht, doch keiner half mir diese ewige negative Leierei vom Halse zu halten, bis ich zu ihr sagte:
    “Oh schön, dass es dir immer so schlecht geht, erzähl mir doch das nächste Mal, was sich gebessert hat !” und …obwohl sie beim nächsten Mal wieder klagte, lies ich sie nicht ausreden, sondern meinte freundlich: “schön, dass es dir besser geht.” Dies habe ich einige Male praktiziert, bis sie mich abends nicht mehr abpasste. Wenn ich ihr helfen kann, tue ich es gerne, doch sie behelligt mich nicht mehr mit ihrer negativen Gedankenspirale. Mag hart sein, doch es half mir mich davor zu schützen.

  • Ja, das Thema ist schwierig!
    Meine besten Erfahrungen habe ich, wenn ich von meinen eigenen positiven Erfahrungen zum Thema berichte. Da bleibe ich in meiner Positivität und wende mich mit einer tieferen Empathie an die Sehnsucht nach dem Positiven, die auch in dem Negativling da ist.
    Interessiert er sich dann für meine positiven Erfahrungen, ist es gelungen. Bleibt er bei seiner Negativität, beende ich das Gespräch mit : Schade für dich!
    Mehr Energie bin ich nicht bereit zu investieren.

    • pauline212

      Die Bemerkung: “Schade für dich” gefällt mir gut! Werde ich mir merken…damit signalisiert man dem anderen, dass man sich mit der negativen Sichtweise nicht anstecken lässt und dass der andere überlegen muss, ob ihm seine Sichtweise gut tut – falls nicht, hat er Handlungsbedarf – nicht ich.

    • karl

      welche Arroganz!
      ich kenne auch in meinem Bekanntenkreis jemanden, der immer! negativ ist. Wenn ich nun nur von mir berichten würde? Ja was dann? ich glaube nicht, dass ich dann den negativen Kreislauf durchbrechen würde. Mit dem Ausspruch “Schade für dich” würde ich jede Tür zuschlagen. Ich habe gemerkt, dass Negativdenkende schwer für Argumente zugänglich sind, denn sie sind ja regelrecht darin gefangen. Es braucht Geduld, wenn mit der Andere wichtig ist. Wenn nicht, ja dann: die Hammermethode?

  • Das Thema ” negativ denkende Menschen” ist nicht so einfach zu verstehen,wenn man selbst solche Gedankengänge nicht kennt und möchte.Trotz aller Einfühlung,trotz aller Emphatie kannst du dich in ihre Welt nicht einfühlen und willst es ja auch gar nicht. Erst wenn man selbst in so einem Gefühletief landen würde,könnte man das!

  • Lange Zeit habe ich negative Menschen und daraus resultierende unangenehme Situationen gemieden, was mich aber nicht weiter gebracht hat. Im Gegenteil. Interessant wurde es, als ich mit GFK (gewaltfreie Kommunikation) konfrontiert wurde, die ja auch sehr viel mit Empathie zu tun hat und ich merkte, je mitfühlender und aufmerksamer ich einer Person gegenüber trat, desto besser kam auch ich mit dem “negativen” klar und es wandelte sich zum “positiven”. Aber es erfordert wirklich sehr viel Energie und Kraft und das jeden Tag neu. Vor allem habe ich das Problem, daß sich das negative und die Aggression oft gegen mich selbst richtet, weil ich zu selten darauf achte, welche Bedürfnisse ich habe, die gerade nicht erfüllt werden. Das ist teilweise sehr schwierig herauszufinden!

    • Daniela Schneider

      Hallo Bettina, dein Hinweis auf die Gewaltfreie Kommunikaton nach M.B. Rosenberg ist super. Damit habe ich auch eine Methode gefunden,die mir häufig hilft im Gespräch zu bleiben und Mauern abzubauen.
      Danke Daniela Schneider

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

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